Grammy-Triumph für Lamar, Swift und Sheeran

Der US-Rapper Kendrick Lamar steuert auf einen äußerst erfolgreichen Abend bei der 58. Grammy-Gala zu. Lamar holte gestern Abend (Ortszeit) in Los Angeles mindestens fünf der begehrten US-Musikpreise, darunter die Auszeichnung für das beste Rap-Album des Jahres. Insgesamt ist der Musiker in zwölf Kategorien nominiert.

„Das ist für den Hip Hop“, sagte Lamar, als er das goldene Grammophon für das beste Rap-Album zu Beginn der Zeremonie im Staples Center entgegennahm. „Wir werden für immer leben.“ Lamar begeisterte Kritiker mit seinem Album „To Pimp a Butterfly“, mit dem er auch eine politische Botschaft gegen Diskriminierung und Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA sendete.

Zum Auftakt der Grammy-Gala sang der sieben Mal nominierte US-Popstar Taylor Swift ihren Song „Out of the Woods“. Der Rapper LL Cool J, der das fünfte Jahr in Folge die Zeremonie moderierte, rief das Publikum auf, an diesem Abend die „großartige Macht der Musik zu feiern“.

Zwei Grammys für Swift

Viele Preisträger wurden schon vor der Gala bekannt gegeben. Lamar gewann unter anderem für „Alright“ die Grammys für den besten Rap-Song und die beste Rap-Darbietung. Das Lied, das mit seiner Zeile „Nigga, we gon’ be alright“ zu einer Hymne der „Black Lives Matter“-Bewegung gegen Polizeigewalt wurde, ist auch als bester Song des Jahres im Rennen.

Swift konnte sich bereits über den Preis für das beste Gesangsalbum im Bereich Pop freuen. Ihre im Oktober 2014 veröffentlichte Platte „1989“, mit der die 26-jährige Sängerin endgültig ihren Wechsel von Country zur Popmusik vollzog, verkaufte sich in den Vereinigten Staaten mehr als 5,7 Millionen Mal. Gemeinsam mit Lamar wurde sie für den Song „Bad Blood“ mit dem Grammy für das beste Musikvideo ausgezeichnet.

Erste Auszeichnungen heimste auch der ebenfalls sieben Mal nominierte kanadische R&B-Nachwuchsstar „The Weeknd“ ein. Mit „Earned it (Fifty Shades of Grey)“ holte er den Grammy für die beste R&B-Darbietung, seine Platte „Beauty Behind the Madness“ lag in der Kategorie „Bestes Urban-Contemporary Album“ vorne.

Sheeren für Song des Jahres prämiert

Die britische Band Muse gewann für „Drones“ das goldene Grammophon für das beste Rockalbum des Jahres. Bereits 2011 waren die Alternative-Rocker in dieser Kategorie geehrt worden. In der Elektro-Musik räumte das DJ-Duo Skrillex und Diplo ab mit Grammys für die beste Dance-Aufnahme und das beste Dance-Album.

Ebenfalls zwei Auszeichnungen erhielt der britische Sänger Ed Sheeran: Er wurde für den Song des Jahres prämiert. Sheeran teilte sich den begehrten US-Musikpreis für „Thinking Out Loud“ mit der britischen Folksängerin Amy Wadge, die die Ballade mitgeschrieben hatte. Sheeran gewann auch den Grammy für die beste Pop-Solodarbietung.