Kroatien verschärft Kontrollen an Grenze zu Serbien

Kroatien hat gestern seine Grenzsicherung zu Serbien verstärkt, um Flüchtlinge aufzuhalten. Es seien zusätzliche Kräfte der Spezial- und Grenzpolizei zur Verschärfung der Kontrollen entsandt worden, teilte das Innenministerium des jüngsten EU-Mitgliedslandes am Abend mit. Der Staat liegt auf der sogenannten westlichen Balkan-Route, auf der die meisten Flüchtlinge nach Mittel- und Nordeuropa kommen.

Seit September passierten mehr als 600.000 Flüchtlinge Kroatien auf dem Weg nach Österreich, Deutschland oder Schweden. Zagreb hatte mehrfach betont, die Flüchtlinge durchreisen zu lassen, solange sie von ihren Zielländern aufgenommen werden. Inzwischen führten Schweden und Österreich an ihren Grenzen aber wieder schärfere Kontrollen ein. Die Regierung in Wien kündigte überdies heute an, ab morgen nur noch eine begrenzte Zahl von Flüchtlingen ins Land zu lassen.

Morgen treffen sich in Zagreb die Polizeichefs aus fünf Ländern, die an der Balkan-Route liegen: Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien. Dabei soll es um Reaktionen auf die Flüchtlingskrise gehen, teilte das Innenministerium mit. Am selben Tag kommen die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel zum Gipfel zusammen, auch dabei steht die Flüchtlingskrise auf der Agenda.