Damaskus genehmigt Hilfslieferungen in syrische Städte

Die Vereinten Nationen haben nach eigenen Angaben die Genehmigung der syrischen Regierung für Hilfslieferungen in eine Reihe belagerter Städte erhalten.

So sollen demnächst lebenswichtige Güter unter anderem in die von Regimetruppen eingeschlossenen Orte Sabadani, Madamijet und Madaja, in die von Rebellen belagerten Orte Fua und Kefraja sowie in die Regimeenklave Deir al-Sor im Gebiet der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gebracht werden, teilte das UNO-Nothilfebüro OCHA in Amman gestern Abend mit.

Zuvor hatte UNO-Syrien-Vermittler Staffan de Mistura nach einem Treffen mit dem syrischen Außenminister Walid al-Muallim in Damaskus gesagt, man habe über die Wichtigkeit von humanitärer Hilfe gesprochen und werde das „morgen testen“. Genauer äußerte sich De Mistura nicht. Die Möglichkeit von sofortigen Hilfslieferungen in belagerte Gebiete in dem Bürgerkriegsland ist Teil der internationalen Vereinbarung von München vor wenigen Tagen.

15 Tote bei Angriff auf Bäckerei

Bei Luftangriffen der von den USA geführten Koalition wurden im Nordosten Syriens Oppositionsangaben zufolge 15 Zivilisten getötet. Getroffen worden sei eine Bäckerei in der Stadt Schahadi in der Nähe der Grenze zum Irak, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien gestern mit.

Die Opfer hätten sich vor der Bäckerei angestellt, um Brot zu kaufen. Schahadi gilt als logistisch wichtig für den IS, gegen den sich die Luftangriffe der Koalition richten. Durch die Stadt führen mehrere wichtige Straßen. Sollte der IS die Kontrolle über sie verlieren, wäre die IS-„Hauptstadt“ al-Rakka isoliert.

Obama kritisiert Strategie Russlands im Syrien-Konflikt

US-Präsident Barack Obama übte indessen deutliche Kritik an der Strategie Russlands im Syrien-Konflikt. Das gemeinsame Vorgehen mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad habe Moskau vielleicht kurzfristige Erfolge gebracht, tatsächlich handle es sich aber um einen strategischen Fehler, sagte Obama. Möglicherweise denke Russlands Präsident Wladimir Putin, er könne sich eine dauerhafte militärische Besetzung Syriens leisten. Das werde aber „ziemlich kostspielig“.

Zudem seien noch drei Viertel des Landes nicht unter der Kontrolle der Assad-Truppen, sagte Obama weiter. Das werde sich „auch so bald nicht ändern“. Die von der internationalen Kontaktgruppe geforderte Waffenruhe binnen einer Woche werde nur sehr schwer zu erreichen sein, sagte Obama. Dafür habe es zu viel „Blutvergießen“ gegeben.