Gesperrtes Terror-iPhone: USA erhöhen Druck auf Apple

Im Streit über die Entschlüsselung des iPhones eines Attentäters von San Bernardino hat das Weiße Haus den Druck auf den US-Technologiekonzern Apple erhöht. Die Bundespolizei FBI verlange von Apple nicht die Schaffung einer Hintertür für seine Produkte, stellte der Sprecher von Präsident Barack Obama, Josh Earnest, gestern klar. Die Anfrage des FBI betreffe nur ein einziges iPhone.

Earnest sagte, der Präsident halte den Schutz der Privatsphäre und der bürgerlichen Freiheiten in den USA hoch. In diesem Fall gehe es aber „um eine viel begrenztere Frage“. Das FBI und die Justiz könnten sich bei ihren Ermittlungen zu dem islamistischen Anschlag von San Bernardino „voll“ auf die Unterstützung durch das Weiße Haus verlassen.

Cook weigert sich

Apple widersetzt sich einer gerichtlichen Anordnung, dem FBI bei der Entschlüsselung des Handys des San-Bernardino-Attentäters Syed Farook zu helfen. Richterin Sheri Pym hatte den Konzern am Vortag angewiesen, den Ermittlern Zugang zu den auf dem iPhone gespeicherten Daten zu verschaffen.

Apple-Chef Tim Cook kritisierte, dass sein Konzern „eine Hintertür für das iPhone“ bauen solle. Eine solche Software zu entwickeln sei „zu gefährlich“. Gerate sie in „falsche Hände“, könnte damit jedes iPhone entschlüsselt werden.

Bei dem Anschlag Anfang Dezember hatte ein Ehepaar 14 Menschen erschossen, ehe es von der Polizei bei einem Schusswechsel getötet wurde. Den Ermittlern ist es bisher noch nicht gelungen, die Sperre des iPhones von Farook auszuhebeln.