Heinisch-Hosek beharrt auf Volksschule ohne Noten

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) beharrt auf ihrer Volksschulreform, die die ÖVP zuletzt abgelehnt hat. Grundsätzlich keine Noten mehr in den ersten drei Klassen und auch kein Sitzenbleiben, das sei das Gebot eines modernen Schulwesens, so die Ministerin gestern in der Ö1-Radioserie „Im Journal zu Gast“.

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Kritik aus Opposition

Die Opposition reagierte mit Kritik auf die Aussagen Heinisch-Hoseks. „Offenbar reichen der Ministerin die sekundären Analphabeten, die das österreichische Bildungssystem bereits jetzt produziert, noch immer nicht aus“, wetterte FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz in einer Aussendung.

Ähnlich äußerte sich Robert Lugar vom Team Stronach: „Wenn die Ministerin glaubt, dass sie die Kinder in einer Schule ohne Noten und ohne Leistungsdruck gut auf das Leben vorbereitet, lebt sie offenbar in einer sozialromantischen Parallelwelt.“

Grüne verlieren Geduld

„Wir warten im nunmehr vierten Monat nach der angeblichen Einigung der Regierungsparteien auf ernsthafte Verhandlungsgespräche“, erklärte der grüne Bildungssprecher Harald Walser. NEOS-Klubobmann Matthias Strolz hat dafür eine Erklärung: „Die ideologischen Gräben zwischen den Parteien sind einfach zu tief.“ Der Stillstand sei auch nach drei Monaten weiter einzementiert.

ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald hingegen betonte, „voll und ganz zum gemeinsamen Beschluss vom 17. November 2015“ zu stehen. „Unsere Hand zur Zusammenarbeit ist ausgestreckt. Das erwarten wir uns auch seitens des Koalitionspartners“, so McDonald.