Moskau verstärkt Stützpunkt nahe der Türkei

Die russischen Streitkräfte haben etliche Kampfflugzeuge auf einen Stützpunkt in Armenien verlegt, der nur rund 40 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt ist. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte gestern mit, es handle sich um vier Kampfjets vom Typ MiG-29, mehrere Bomber vom Typ MiG-29S und einen Hubschrauber vom Typ Mi-8MT.

Die Flugzeuge wurden auf den Stützpunkt Erebuni nahe der armenischen Hauptstadt Eriwan verlegt. MiG-29-Flugzeuge können mit Waffen bis zu einer Last von 4.000 Kilogramm bestückt werden.

Äußerst angespannt

Russland schaltete sich Ende September verstärkt in den Bürgerkrieg in Syrien ein. Dabei entwickelte sich ein tiefgreifender Konflikt mit der Türkei. Im November schoss die Türkei ein russisches Kampfflugzeug an der Grenze zu Syrien ab, weil es türkischen Luftraum verletzt haben soll. Russland bestreitet das und wirft der Türkei wiederum vor, in Syrien eine Bodenoffensive zu planen.

Grenze seit 1993 geschlossen

Die Grenze zwischen Armenien und der Türkei ist seit 1993 geschlossen. Zwischen der Türkei und Armenien gibt es einen jahrzehntealten Konflikt wegen der Massaker an Armeniern in der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Nach armenischer Darstellung starben von 1915 bis 1917 im Zuge der gezielten Vernichtung der armenischen Minderheit auf dem Gebiet der heutigen Türkei bis zu 1,5 Millionen Armenier. Die Türkei spricht von 300.000 bis 500.000 getöteten Armeniern und ebenso vielen Toten aufseiten der Türken.