Netzausrüster uneinig über Zeitplan für 5G

Auf der weltgrößten Mobilfunkmesse in Barcelona gehen die Meinungen über den Start des neuen Mobilfunkstandards 5G weit auseinander.

Der weltgrößte Netzwerkausrüster Ericsson erwartet frühestens in fünf Jahren die ersten Handys, die die noch in der Entwicklung steckende Technologie nutzen. Die Zahl der 5G-Nutzer weltweit dürfte dann bei 150 Millionen liegen, sagte Ericsson-Chef Hans Vestberg heute auf dem Mobile World Congress.

Wesentlich optimistischer äußert sich der Rivale Nokia, der darauf setzt, dass die Umstellung nächstes Jahr beginnt. „5G wird - zur Überraschung einiger - schneller kommen als erwartet“, sagte Nokia-Chef Rajeev Suri.

Viel Geld für neue Infrastruktur

5G soll ein Vielfaches der heutigen Datenübertragung ermöglichen. Die Einführung des neuen Standards ist für die Geschäftsaussichten der Konzerne entscheidend.

Sie bauen etwa Funkantennen und Schaltungselektronik für Mobilfunknetze. Richtig Geld verdienen die Firmen, wenn ein neuer Mobilfunkstandard eingeführt wird und die Handynetze auf den neuesten Stand gebracht werden müssen.

Neuer Standard noch in den Kinderschuhen

Die Aufrüstung auf den jüngsten Standard LTE läuft seit fünf Jahren und ist größtenteils abgeschlossen. Deshalb wird der LTE-Nachfolger 5G in der Branche sehnlich erwartet. Das Problem: 5G steckt noch am Anfang der Entwicklung, die technischen Standards sollen erst 2020 weltweit einheitlich festgelegt werden.

Bis dahin wetteifern Forschergruppen auf drei Kontinenten darum, möglichste viele ihrer Ideen in dem Standard zu verankern. Die Deutsche Telekom und Vodafone arbeiten zum Beispiel mit der Technischen Universität Dresden zusammen.