Calais: Warten auf Gerichtsentscheidung über Räumung

Die nordfranzösische Hafenstadt Calais wartet auf die Gerichtsentscheidung über die geplante Teilräumung des Flüchtlingslagers in der Nähe des Hafens.

Mit der Anordnung des Verwaltungsgerichts von Lille wird voraussichtlich heute gerechnet. Die Behörden wollen den südlichen Teil des als „Dschungel von Calais“ bekannten Baracken- und Zeltlagers räumen, wo mehrere tausend Menschen in slumähnlichen Bedingungen leben.

Hilfsorganisationen waren gegen die Pläne vor Gericht gezogen. Sie warnen, dass es nicht genug Unterkünfte gebe und die Menschen an andere Orte ausweichen könnten, wo die Lebensbedingungen noch schlechter sind.

Belgien kontrolliert bereits an seiner Grenze zu Frankreich, um die Entstehung von Lagern bei sich zu verhindern. In Calais sammeln sich seit Jahren Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Inzwischen sind Ärmelkanaltunnel und Hafen mit hohen Zäunen abgeriegelt.

Unklar ist, ob die Präfektur bei grünem Licht des Gerichts sofort Zwangsmaßnahmen einleitet. Ursprünglich hatte sie den Migranten eine Frist bis Dienstag gesetzt. Seit Tagen fordern Mitarbeiter die Betroffenen auf, in ein Containerlager in Calais oder Aufnahmezentren im ganzen Land umzuziehen.