UNHCR wird in Clinch mit Tschechien persönlich

Wachsende Fremdenfeindlichkeit und direkte Attacken etwa des tschechischen Präsidenten Milos Zeman auf das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) kontert die Zentraleuropa-Sektion der Organisation nun mit einer Kampagne, die die Tschechen an ihre eigene Vergangenheit erinnern soll. Die Kampagne mit dem Slogan „Früher einmal waren wir die Flüchtlinge“ soll die Leute an ihrem empfindlichsten Nerv treffen.

Die Kampagne konzentriert sich auf in Tschechien immer noch allgemein bekannte spektakuläre Fluchtversuche von Landsleuten vor dem kommunistischen Regime. In aufwendig produzierten TV-Spots, für die ein paar der bekanntesten tschechischen Filmschaffenden gewonnen werden konnten, werden die Fälle nacherzählt, etwa jener von Josef Hlavaty, der am 7. Juli 1988 mit seinem dreijährigen Sohn in einem selbst gebauten Motordrachen in der Luft nach Österreich flüchtete.

Bereits abgedreht sind weitere Spots, in denen die Flucht von Robert Ospald über die Kabel einer 380.000-Volt-Hochspannungsleitung und die Flucht von Rudy Krejci in einem Sarg, der auf dem Boden eines Lkw voll mit Kohle versteckt war, geschildert werden.

Auch das Ziel von Ospald und Krejci war damals Österreich, wo sie ein neues Leben in Freiheit beginnen konnten. Flankiert werden die kurzen Filme von Annoncen, Radiospots und anderen Aktivitäten wie einer eigens gestalteten T-Shirt-Kollektion, mit der Tschechen ihre Sympathie für Flüchtende bekunden können. (luzi, ORF.at)