Fischer zu Balkan-Konferenz ohne Athen: „War überrascht“

Bundespräsident Heinz Fischer wundert sich über die Nichtteilnahme Griechenlands an der gestrigen in Wien abgehaltenen Balkan-Konferenz zum Thema Flüchtlingskrise. „Was die Zusammensetzung der Teilnehmer betrifft, war ich überrascht, dass Griechenland nicht dabei war, und das ist auch angesprochen worden“, sagte Fischer heute in der ZIB mit Blick auf sein gestriges Treffen mit der Regierungsspitze.

Fischer bat einige Regierungsmitglieder gestern Abend zu einer Aussprache in die Hofburg.

Fischer hatte Spitzenvertreter der Regierung überraschend zu einer Aussprache in der Hofburg empfangen. Spekulationen über eine „Kopfwäsche“ für Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP), Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) und Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) wurden von diesen dementiert, die Präsidentschaftskanzlei gab keinen Kommentar ab.

Fischer betonte, dass er „ein Mensch des Dialoges und Gespräches“ sei. Über die umstrittene Westbalkan-Konferenz, zu der Mikl-Leitner und Kurz geladen hatten, sagte er, dass es immer gut sei, Gespräche zu führen. Er sei überrascht gewesen, dass Griechenland nicht dabei gewesen sei. Die Konferenz, bei der eine Schließung der Balkan-Route vereinbart worden war, hat zu einem schweren diplomatischen Zerwürfnis zwischen Wien und Athen geführt.