Niederlande erinnerten an „Februarstreik“ vor 75 Jahren

Die Niederlande haben heute an den „Februarstreik“ gegen die Judenverfolgung vor 75 Jahren erinnert. Teilnehmer des Streiks legten gemeinsam mit dem niederländischen König Willem-Alexander in Amsterdam einen Kranz am Denkmal für den Aufstand in Amsterdam nieder. Der „Februarstreik“ war der einzige öffentliche Massenprotest gegen die Judenverfolgung im damals von den Deutschen besetzten Europa.

In der Früh waren bereits alle Busse, Straßenbahnen und Metros eine Minute lang stillgestanden. Mit dem Streik der Straßenbahnfahrer hatte der Aufstand am 25. Februar 1941 begonnen. Zehntausende Arbeiter, Beamte und Angestellte legten nach einer Razzia gegen jüdische Amsterdamer die Arbeit nieder. 427 Juden waren damals von den deutschen Besatzern misshandelt, festgenommen und deportiert worden. Die meisten von ihnen wurden ermordet. Der Streik breitete sich bis nach Utrecht aus und wurde am 26. Februar von den Deutschen blutig niedergeschlagen.

Der Amsterdamer Bürgermeister Eberhard van der Laan würdigte den Mut der Streikenden. „Es zeigt, wozu ein Volk in der Lage ist, wenn es sich zusammenschließt.“ An der Gedenkfeier hatten auch Vertreter der jüdischen Gemeinschaft und Angehörige von Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft teilgenommen. Die Deportationen der jüdischen Amsterdamer waren durch den Streik nicht verhindert worden. Von den rund 80.000 Juden der Stadt, waren etwa 60.000 ermordet worden. „Das ist noch immer eine offene Wunde von Amsterdam“, sagte der Bürgermeister.