Klug skeptisch zu Privatisierungen

Der neue Verkehrsminister Gerald Klug (SPÖ) positioniert sich - so wie sein Amtsvorgänger Alois Stöger (SPÖ) - als Privatisierungsskeptiker. „Ich kann den Mehrwert von Privatisierungen für die Republik nicht erkennen. Im Gegenteil, es gibt genug Beispiele, die keine Erfolgsmodelle sind“, sagte Klug im „Kurier“-Interview (Freitag-Ausgabe).

Die VOEST hätte ihren Aufschwung laut Klug auch als nicht privatisierte Firma geschafft. Die Pensionsdebatte laufe ähnlich: „Jene, die von kapitalmarktfinanzierten Pensionen geträumt haben, wissen seit der Finanzmarktkrise, dass das ein Irrweg war“, so der Minister. Klug will auch der Industrie die Hand reichen: „Ich möchte ein offenes Ohr für die Anliegen der Industrie haben und bemühe mich derzeit um Gespräche.“

Verkehr: Süden Wiens als Herausforderung

Klug bezeichnet sich selber als „Fan des öffentlichen Verkehrs“. Die Umlandregionen müssten besser ans öffentliche Verkehrsnetz der Städte angebunden werden, insbesondere im Süden Wiens. „Im täglichen Pendelverkehr nach Wien kommen aus dem Westen rund 32 bis 34 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln, aus dem Süden aber nur 16 bis 18 Prozent. Das muss besser werden. Auch die Schnellbahn ist eine Möglichkeit.“

Auf der Linie seines Vorgängers, Stöger, zeigt sich Klug auch bei der Finanzierung des öffentlichen Verkehrs. Die Direktbestellung bei den ÖBB und Subventionen für nicht kostendeckende Strecken läuft noch bis 2019. Das System der Direktvergabe solle Priorität haben, es sei aber noch zu früh, um sich auf eine Konstellation festzulegen. „Tendenziell würde ich sagen, dass sich dieses System bewährt hat.“