Balkan-Staaten führen Tagesquoten ein

Eine Woche nach der Einführung von Tageskontingenten an der österreichisch-slowenischen Grenze ziehen nun auch Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien nach. Die Polizeichefs der genannten Länder hätten gemeinsam mit den österreichischen Beamten vereinbart, nur noch „rund“ 580 Flüchtlinge pro Tag über die Grenze zu lassen.

In einem Statement, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters heute zitierte, heißt es, dass man sich dazu „verpflichtet“ fühle, den täglichen Transit durch die Länder des Westbalkans zu begrenzen, um jeden einzelnen Flüchtling gemäß den Schengener Kriterien überprüfen zu können.

2.000 Menschen in Serbien

Kurz zuvor hatte der serbische Innenminister Nebojsa Stefanovic gesagt, dass seine Regierung von seinen beiden nördlichen Nachbarn Slowenien und Kroatien eine schriftliche Bestätigung verlangt habe, „damit wir beweisen können, dass sich das nicht Serbien ausgedacht hat“. In Serbien befinden sich seinen Angaben zufolge zurzeit etwa 2.000 Menschen, die in Richtung Westeuropa weiterreisen wollen.

Flüchtlinge warten in Griechenland auf ihre Weiterreise

AP/Thanassis Stavrakis

„Wir müssen den Zustrom wegen des Rückstaus auf dem Festland verlangsamen“, sagte indes der für die Küstenwache zuständige griechische Minister Thodoris Dritsas heute dem Nachrichtensender Skai. Um die Inseln nicht zu überlasten, sollten die registrierten Flüchtlinge auf drei großen Fähren untergebracht werden, die in den Häfen der Inseln Lesbos, Chios und Samos angelegt haben.

Schlägereien an mazedonischer Grenze

Weil sie auf der Balkan-Route nicht mehr weiterkommen, stecken nach Schätzungen der Behörden inzwischen rund 20.000 Menschen in Griechenland fest. Zudem warten an der Grenze zu Mazedonien bei Idomeni mehr als 4.000 Menschen auf eine Gelegenheit, Richtung Norden weiterzureisen. Dort sei es in der Nacht auf heute zu Schlägereien und Messerstechereien zwischen Flüchtlingen gekommen, berichtete das öffentlich-rechtliche Radio unter Berufung auf die Kommunalbehörde.

Mazedonien gestattet zurzeit nur Flüchtlingen aus Syren und dem Irak die Weiterfahrt nach Mitteleuropa - aber auch nur wenigen. „In den vergangenen 24 Stunden sind nur 260 Menschen rübergegangen“, sagte ein Grenzpolizist aus Idomeni heute der dpa. In der Hafenstadt Piräus trafen in der Früh knapp 1.500 Migranten ein. Die griechischen Auffanglager, Wartehallen in Piräus und die Hallen eines alten, geschlossenen Flughafens von Athen sind überfüllt.