G-20-Gipfelteilnehmer warnen vor „Brexit“

Der britische Regierungschef David Cameron kann offenbar auf eine Unterstützung der G-20 in seinen Bemühungen zählen, einen Ausstieg seines Landes aus der EU („Brexit“) zu verhindern. „Der Brexit wird in der Abschlusserklärung erwähnt“, erfuhr Reuters heute von mehreren Teilnehmern des G-20-Ministertreffens im chinesischen Schanghai.

Das Thema werde mit der Tendenz erwähnt, dass ein solcher Schritt als Stabilitätsrisiko betrachtet werde, hieß es weiter.

Ungewöhnlich harmonischer Gipfel

Das G-20-Treffen war informierten Kreisen zufolge bisher durch einen ungewöhnlich harmonischen Verlauf gekennzeichnet. Größere Streitpunkte habe es nicht gegeben. Vor allem sei man sich den Kreisen zufolge einig, dass den Strukturreformen bei der Schaffung von mehr Wachstumsdynamik in der Welt eine zentrale Rolle zukommen müsse und dass sie beschleunigt werden sollten. Bisher sei nur ein Teil der versprochenen Reformen in den Mitgliedsländern umgesetzt worden, hieß es.

Mitglieder gegen Abwertungswettlauf

In der Wechselkurspolitik bleiben die G-20-Länder den Kreisen zufolge bei ihrer Position, dass sie Wechselkurse nicht als Mittel einsetzen wollen, um sich einseitige Vorteile auf Kosten der Partner im internationalen Handel zu verschaffen.

Die G-20 würden in ihrer Abschlusserklärung versichern, dass sie sich keinen Abwertungswettlauf liefern wollten. „Also keine neue Qualität“, sagte ein G-20-Delegationsmitglied. Eine entsprechende Position hatten Industrie- und Schwellenländer auch bei früheren Treffen, wie etwa in der Türkei im vergangenen Jahr, vertreten.