Heinisch: Flüchtlingskinder in Schulen „schlecht verteilt“

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) räumt ein, dass die Zahl der Flüchtlingskinder einige heimische Schulen vor Probleme stellt. Das Hauptproblem sieht sie darin, dass die Flüchtlinge „schlecht verteilt“ seien, sprich: sich zu sehr auf die großen Städte konzentrieren.

Dadurch ergäben sich größere Probleme in Städten wie Wien, während es auf dem Land meist leichter sei, betonte Heinisch-Hosek in der ORF-„Pressestunde“. Kritik der Lehrergewerkschaft, sie handle nicht, wies die Ministerin zurück.

Insgesamt betonte sie, ihrer Erfahrung nach sage das Personal an den jeweiligen Schulen, es sei hart, „aber wir schaffen das“. Die bereits genehmigten 24 Millionen Euro für weitere Unterstützungsleistungen sollten die Sache erleichtern, so die Ministerin, die sich bei den Lehrerinnen und Lehrern ausdrücklich für ihren Einsatz bedankte.

Sieht bei Bildungsreform Fortschritte

Zufrieden zeigte sich Heinisch-Hosek über die Fortschritte bei der Bildungsreform. Ende März werde eine Verwaltungsreform mit einer Mischbehörde von Bund und Ländern stehen. Dass sich damit im Vergleich zum Status quo nicht viel ändere, bestritt die Ministern. Gemeinsam erspare man sich 500 Positionen, die bisher zwischengeschaltet gewesen seien.

Was die Abschaffung der Noten in den ersten drei Volksschulklassen angeht, bleibt die Ministerin bei diesem Vorschlag. Den skeptischen ÖVP-Verhandlungspartner, Staatssekretär Harald Mahrer, forderte sie auf in Gespräche einzutreten und sich nicht über Zeitungen zu äußern.

Kritik von ÖVP und Opposition

Mit Worten wie „Mogelpackung“ und „Stückwerk“ übte die Opposition von der FPÖ über Grüne bis hin zu NEOS Kritik an der Ministerin und ihrer Zwischenbilanz in Sachen Bildung. Auch der Koalitionspartner ÖVP warf Heinisch-Hosek vor, an den „eigentlichen Problem vorbeizureden“.

Auch das Team Stronach (TS) übte Kritik. Was von der Bildungsreform bleibe, seien schale Kompromisse und Absichtserklärungen, die nichts brächten, meinte Klubchef Robert Lugar in einer Aussendung.

Seitens der Industriellenvereinigung erklärte Generalsekretär Christoph Neumayer in einer Aussendung: „Es ist uns klar, dass die Vorschläge der Regierung zur Bildungsreform von vielen Kompromissen geprägt sind.“ Dennoch erwarte man sich in der Umsetzung herzeigbare Ergebnisse: „Dazu braucht es Weitblick und mehr Mut.“