Griechischer Außenminister: „Sind Partner, nicht Gegner“

Nach gegenseitigen heftigen Attacken von Wien und Athen hat sich der griechische Außenminister Nikos Kotzias gestern um verbindlichere Töne bemüht. Sein Land sei „Partner, nicht Gegner“, sagte er in der ZIB2. Allerdings bekräftigte er die Verärgerung Athens: „Man kann nicht über unsere Grenze diskutieren, ohne uns dabei zu haben.“

Roland Adrowitzer traf den parteifreien Politologen und griechischen Außenminister in Athen.

Gegenwärtige Taktik als „Illusion“

Kotzias bezog sich dabei einmal mehr auf die Nicht-Einladung zu der am vergangenen Mittwoch in Wien abgehaltenen Konferenz mit den Staaten entlang der sogenannten Balkan-Route. Zuletzt hatte er Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) ja vorgeworfen, „Lügen“ zu verbreiten. Im ZIB2-Interview gab er sich diplomatischer: „Wir haben nicht die besten Zeiten - aber nach jedem Winter kommt auch wieder ein Sommer.“

Mit der gegenwärtig eingeschlagenen Taktik, „die Grenzen zu Griechenland dichtzumachen und zu glauben, dann kämen keine Flüchtlinge mehr durch, machen sich einige Leute Illusionen“, meinte Kotzias. In Wahrheit würden sich die Menschen denken: „Dann finden wir andere Wege, nach Zentraleuropa zu kommen.“ Um dieser Situation Herr zu werden, brauche man „eine Lösung, ohne dass einer dem anderen etwas aufzwingen will“.