Mugabes Ex-Vize gründet eigene Partei

Simbabwes frühere Vizepräsidentin Joice Mujuru fordert den seit Jahrzehnten regierenden Staatschef Robert Mugabe mit der Gründung einer eigenen Oppositionspartei heraus. „Heute ist ein historischer Tag“, sagte Mujuru heute in Harare. Ein Ziel der neuen Bewegung „Simbabwes Volk zuerst“ sei es, die „Plage der Korruption vollkommen auszumerzen“.

Mugabe hatte seine langjährige Stellvertreterin Mujuru nach einem Machtkampf Ende 2014 entlassen und aus der Regierungspartei Zanu-PF ausgeschlossen. Ihr wurde damals vorgeworfen, an einem Mordkomplott gegen Mugabe beteiligt zu sein. Bevor sie in Ungnade fiel, galt Mujuru als potenzielle Nachfolgerin des inzwischen 92 Jahre alten Präsidenten.

Mugabe will sich 2018 wiederwählen lassen

Die frühere Vizestaatschefin ist bei den Wählern nach wie vor beliebt, steht nun aber vor der gewaltigen Herausforderung, ihre neue Partei in der seit Jahrzehnten von der Zanu-PF dominierten Parteienlandschaft zu etablieren.

Mugabe regiert das verarmte südafrikanische Land seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 mit harter Hand. Er ist der offizielle Kandidat seiner Partei für die Präsidentschaftswahl 2018. Doch sein hohes Alter und Spekulationen über gesundheitliche Probleme weckten zuletzt Zweifel an einer erneuten Bewerbung für das höchste Staatsamt.