D: Rechte „Stadtguerilla“ hinter Brandanschlag vermutet

Ein halbes Jahr nach dem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im brandenburgischen Nauen in Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine organisierte Gruppe von Rechtsextremen, darunter auch einen örtlichen NPD-Politiker.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) erklärte gestern, beim schwersten derartigen Anschlag in dem Bundesland seit 20 Jahren erhärte sich der Verdacht auf eine rechtsextreme „Stadtguerilla“. Die Polizei werde derartige Taten konsequent aufklären.

Seit Anfang der Woche in Untersuchungshaft

Bei dem NPD-Politiker handelt es sich laut den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ um den 29-jährigen Maik S. Er soll Kopf einer nach bisherigem Ermittlungsstand sechsköpfigen rechtsextremen Zelle namens „Freie Kräfte Neuruppin/Osthavelland“ sein. Demnach befinden sich der „dringend tatverdächtige“ S. und ein weiteres Gruppenmitglied seit Anfang der Woche in Untersuchungshaft. Andere Mitglieder der Gruppe seien untergetaucht oder ihre Haftbefehle seien ausgesetzt worden.

Schröter erklärte, die Behörden hätten hinter der Häufung fremdenfeindlicher Straftaten in Nauen schon zuvor „eine Art rechte Stadtguerilla“ vermutet. Er hoffe, dass der Gruppe um den NPD-Stadtverordneten nun „eine Vielzahl von Straftaten“ nachgewiesen werden könne. Schröter betonte, der Ermittlungserfolg sei Ergebnis „hartnäckiger“ Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft.