Brasiliens Ex-Präsident wegen Korruptionsvorwürfen verhört

Im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal um den Ölkonzern Petrobras ist Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva vorübergehend festgenommen und verhört worden. Das frühere Staatsoberhaupt wurde gestern zu einem Verhör abgeführt, wie sein Sprecher Jose Chrispiniano sagte.

Lula reagierte erbost auf seine Festnahme, auch seine Nachfolgerin Dilma Rousseff kritisierte das Vorgehen der Polizei.

Nach Angaben der Polizei rückten rund 200 Beamte und Dutzende Wirtschaftsprüfer zu Durchsuchungen in den drei Bundesstaaten Rio de Janeiro, Bahia und Sao Paulo aus. Sie setzten 33 Durchsuchungsbefehle sowie elf Haftbefehle zu Verhörzwecken durch.

Luxuswohnung verschwiegen

Gegen Lula wird wegen einer Luxuswohnung und eines Landsitzes ermittelt, deren Besitz er den Behörden verschwiegen haben soll. Die Wohnung und das Haus sollen von einem Baukonzern renoviert worden sein, der in den Petrobras-Skandal verwickelt sein soll. Die Staatsanwaltschaft warf Lula zudem vor, von „zahlreichen Begünstigungen“ durch korrupte Firmen profitiert zu haben. Demnach geht es um Zuwendungen in Höhe von umgerechnet 7,3 Mio. Euro.

Lula betonte bereits mehrfach, nicht der Eigentümer der fraglichen Objekte zu sein. Auf die Razzien, seine Festnahme und das Verhör reagierte er erbost und sprach vor Journalisten in Sao Paulo von einem „juristischen Autoritarismus“. Sie hätten ihn einfach nur anrufen müssen, sagte er über die Beamten und Ermittler. „Ich schulde niemandem etwas und fürchte nichts.“ Den Behörden warf er vor, sie hätten „Macht und Arroganz“ demonstrieren wollen.