Slowakei: Fico verliert absolute Mehrheit

Die vorläufigen Teilergebnisse der Parlamentswahlen in der Slowakei scheinen die düsteren Nachwahlumfragen zu bestätigen. Nach Auszählung der Stimmen in knapp 80 Prozent der Wahllokale bleibt die Smer-SD (Richtung-Sozialdemokratie) von Ministerpräsident Robert Fico stimmenstärkste Partei, lag aber mit weniger als 29 Prozent weit entfernt von der bisherigen absoluten Mehrheit.

Einen überraschenden Erfolg konnten hingegen Rechtsextremisten verbuchen. Im neuen Parlament werden allem Anschein nach acht Parteien vertreten sein. Die rechtsradikale Volkspartei – Unsere Slowakei (LS-NS) des Extremisten Marian Kotleba erreichte den vorläufigen Zahlen nach über acht Prozent der Stimmen und sicherte sich unerwartet erstmals den Einzug ins Parlament.

Völlig überraschend kam die neoliberale Freiheit und Solidarität (SaS) des Europakritikers Richard Sulik mit knapp 11 Prozent auf Platz Zwei, dicht gefolgt von der Protestpartei Gewöhnliche Menschen – Nova des heftigen Fico-Kritikers Igor Matovic mit 10,5 Prozent. Beide Parlamentsparteien sahen Umfragen zuletzt nur knapp über der fünfprozentigen Wahlhürde.