Saudi-Arabien: Grundsätzlich bereit zu Aussöhnung mit Iran

Saudi-Arabien hat sich zu einer Aussöhnung mit dem Iran bereiterklärt, wenn dieser seine Politik der „Einmischung“ in der Region aufgebe. Zugleich bekräftigte der saudi-arabische Außenminister Adel al-Dschubeir heute in Riad den Vorwurf, Teheran verfolge eine „konfessionelle Politik“ und unterstütze „terroristische Zellen“ in der Region.

„Würde der Iran sein Vorgehen und seine Politik ändern, würde uns nichts hindern, die Seite umzuschlagen und auf der Grundlage der guten Nachbarschaft bessere Beziehungen zu etablieren, ohne Einmischung in die Angelegenheiten anderer“, sagte Dschubeir.

Regionale Führungsmächte

„Der Iran ist ein benachbartes muslimisches Land mit einer großen Zivilisation und einem warmherzigen Volk, doch die seit der Revolution von Chamenei (der oberste geistliche Führer des Iran, Ajatollah Ali) verfolgte Politik war aggressiv“, sagte der Außenminister zum Abschluss eines Treffen mit seinen Kollegen der Länder des Golfkooperationsrates, Jordaniens und Marokkos.

Das sunnitische Saudi-Arabien und der schiitische Iran sehen sich als regionale Führungsmächte. In den Konflikten in Syrien und im Jemen stehen sie auf entgegengesetzten Seiten, auch im Irak und im Libanon unterstützen sie unterschiedliche Parteien. Teheran wirft seinem Rivalen seinerseits vor, eine aggressive Außenpolitik zu betreiben und durch die Förderung einer extrem konservativen Auslegung des sunnitischen Islam Extremistengruppen den Boden zu bereiten.