Eklat um Peru-Wahl: Mitfavorit Guzman ausgeschlossen

Umstrittene Entscheidung in Peru: Der nach Umfragen auf Platz zwei liegende Kandidat für die Präsidentschaftswahl im April, Julio Guzman, ist von der Wahl ausgeschlossen worden. Das oberste Wahlgericht des Andenlandes hat gestern die Bewerbung des liberalen Politikers wegen formeller Fehler bei seiner Nominierung durch die Partei Todos Por el Peru annulliert.

Guzman galt als der einzige Kandidat, der in einer eventuellen Stichwahl Keiko Fujimori, Tochter des inhaftierten autoritären Ex-Staatschefs Alberto Fujimori, besiegen könnte. Die Partei von Guzman kritisierte die Entscheidung scharf und kündigte an, die Kampagne fortzusetzen.

Auch Populist Acuna ausgeschlossen

Die Rechtspopulistin Keiko Fujimori steht nach allen Umfragen mit Abstand an erster Stelle in der Wählergunst für die Wahl vom 10. April und könnte nun in der ersten Runde bereits eine notwendige absolute Mehrheit erreichen. Bisher galt eine Stichwahl gegen Guzman im Juni als wahrscheinlich.

Neben der Kandidatur Guzmans wurde von dem Wahlgericht auch die Bewerbung des Populisten Cesar Acuna für nichtig erklärt. Er soll unter Anhängern Geld verteilt haben, was gesetzlich verboten wird. Hier fiel das Votum der Richter mit 5:0 eindeutig aus, bei Guzman hingegen war es mit 3:2-Richterstimmen denkbar knapp. Seit 2011 wird Peru von dem linksorientierten früheren Militär Ollanta Humala regiert.