Touristenmord in Ecuador: Staatssekretärin trat zurück

Nach dem Mord an zwei Argentinierinnen in Ecuador ist die Tourismussekretärin des Andenlandes zurückgetreten, weil sie die Opfer als leichtsinnig bezeichnet hatte. Die Staatssekretärin Cristina Rivadeneira hatte am Rande der Tourismusmesse ITB in Berlin gesagt: „Das musste ihnen früher oder später passieren.“ Die Frauen seien getrampt.

Welle der Entrüstung ausgelöst

Ihre Leichen waren bei einem Strand in Montanita an der Pazifikküste gefunden worden. Die Aussagen der Staatssekretärin lösten eine Welle der Entrüstung aus. Rivadeneira kündigte heute ihren Rücktritt über Twitter an und entschuldigte sich bei den Angehörigen der Ermordeten.

„Erklärungen sollten niemandem Schaden zufügen“

Ein Schwager eines der Opfer kritisierte zuvor die Anschuldigungen in der Zeitung „La Nacion“: „Sie wollten niemals trampen, sondern mit dem Bus von Guayaquil nach Lima reisen“, wurde er zitiert. Es sei die Aufgabe der Regierung, für die Sicherheit von Touristen in Ecuador zu sorgen. „Ich entschuldige mich als Mutter und Tochter, meine Erklärungen sollten niemandem Schaden zufügen“, schrieb Rivadeneira auf ihrem Twitter-Account, „ich reiche meinen unwiderruflichen Rücktritt beim Tourismusministerium ein.“

Das Tourismusministerium in Quito distanzierte sich von den Aussagen Rivadeneiras. Ecuadors Botschafter in Deutschland, Jorge Jurado, sagte, es gebe keine zunehmende Unsicherheit in seinem Land. Zwei mutmaßliche Täter wurden Ende Februar festgenommen. Die 22 und 21 Jahre alten Frauen sollen in einer Wohnung nahe des Strandes ermordet worden sein. Sie waren zunächst rund eine Woche vermisst worden. Ecuador fördert den Tourismus als eine alternative Einnahmequelle zu den fallenden Erdölimporten.