Schelling zu Heta-Frist: „Kein zweites Angebot“

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat gestern Abend erklärt, dass es nach dem heute ablaufenden Kärntner Angebot zum Rückkauf von Heta-Anleihen kein zweites Angebot geben werde. Wenn dieses Angebot scheitere, komme die Finanzmarktaufsicht (FMA) ins Spiel.

Die FMA als Abwicklungsbehörde wird dann ihren behördlichen Schuldenschnitt verfügen. Und dieser Haircut werde „viel dramatischer“ sein als im jetzigen Abfindungsangebot. Schon allein weil die FMA den Kärntner Beitrag zur Abfindungssumme nicht berücksichtige und sich an Abbauerlösen der Hypo-„Bad Bank“ Heta orientiere.

Schelling könne kein Verständnis aufbringen für internationale Investoren, denen es lieber sei, 15 Jahre lang um 100 Prozent zu prozessieren - und auch nicht für die Lock-up-Vereinbarung eines großen Gläubigerpools.

Causa Heta kein „Präzedenzfall“

Die Mitglieder des Pools verweigern konzertiert die Annahme des Rückkaufangebots. Schelling glaubt, dass diese Vereinbarung ein Fall für die Wettbewerbsbehörde werden kann. Ein „Präzedenzfall“ werde die Causa Heta aber sicher nicht, so Schelling, zumal seit 2007 auch keine neuen Haftungen mehr für Banken vergeben werden dürfen.

Kärnten werde nicht insolvent, so Schelling bei einer Vortragsveranstaltung auf die Frage, ob das Bundesland pleitegehe, wenn die morgige Deadline für das Rückkaufangebot ohne Akzeptanz durch die Gläubiger verstreicht. Wie hoch der Schaden für die Gläubiger dann sein wird, werde am Schluss - also nach der Heta-Abwicklung - feststehen.