137.000 Flüchtlingsankünfte seit Jahresbeginn in Ägäis

Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) haben seit Jahresbeginn bis zum 9. März 137.056 Flüchtlinge von der Türkei zu den griechischen Inseln übergesetzt.

Zum Vergleich: In den ersten drei Monaten des Vorjahres waren nur 12.341 Menschen angekommen. 38 Prozent der Asylsuchenden sind Minderjährige und 22 Prozent Frauen, wie das UNHCR heute mitteilte. 48 Prozent der Menschen stammen aus Syrien, 26 Prozent aus Afghanistan und 17 Prozent aus dem Irak. Die restlichen Menschen kommen aus anderen Ländern.

800 Flüchtlinge verließen Idomeni

Rund 800 Flüchtlinge verließen unterdessen wegen der schlechten Bedingungen das Aufnahmelager im griechischen Idomeni an der Grenze zu Mazedonien. Die Flüchtlinge sitzen fest, weil die Balkan-Route in Richtung Westeuropa geschlossen ist und nur noch Personen mit gültigen Reisedokumenten und Visa passieren dürfen. Die Regierung in Athen plant vorerst nicht, das Aufnahmelager gewaltsam zu räumen.

Die Flüchtlingsbewegung in der Ostägäis hält unterdessen an. Heute kamen rund 900 Menschen von den Inseln Lesbos und Chios in der Hafenstadt Piräus an, eine weitere Fähre mit 200 Menschen an Bord wird erwartet.

Mazedonien fühlt sich von EU im Stich gelassen

Mazedonien fühlt sich von der EU in der Flüchtlingskrise im Stich gelassen. „Ich habe verstanden, dass wir Europa egal sind“, sagte Präsident Gjorge Ivanov der deutschen „Bild“. Dabei bezahle sein Land in der Flüchtlingskrise jetzt „die Fehler der EU“. Als Nicht-EU-Land schütze Mazedonien Europa vor dem EU-Land Griechenland, das Flüchtlinge „einfach weitergeschickt“ habe.

Während die Regierung in Athen „jetzt schon wieder 700 Millionen Euro von der EU“ bekomme, gebe es für sein Land „keinen Cent“. Mazedonien sei aus Sicht der EU „nichts, kein EU-Land, kein Schengen, keine NATO. Niemand will uns.“ Während die Türkei am Verhandlungstisch mit der EU sitze, sei Mazedonien lediglich „Teil der Speisekarte“.

Offene Fragen zu Rücknahmeabkommen

Die EU und die Türkei verhandeln indes über eine Rücknahme von Flüchtlingen. Doch selbst wenn der Deal - trotz der harten Kritik von UNO und NGOs - in Kraft tritt: Ein zentrales Problem bleibt damit ungelöst. Jene Flüchtlinge, die dann noch in die EU einreisen dürfen, müssen auch verteilt werden. Doch genau bei der Umverteilung in der EU hakt es weiter. Die Kommission macht daher nun erneut Druck - ansonsten breche „das gesamte System zusammen“.

Mehr dazu in Avramopoulos nennt Bedingungen