Bulgarien will Zaun an griechischer Grenze errichten

Bulgarien erwägt, seine Grenze zu Griechenland mit einem Zaun gegen Flüchtlinge abzuriegeln. Damit will das ärmste EU-Land verhindern, dass Menschen nach Schließung der bisherigen Balkan-Route auf alternative Wege über sein Staatsgebiet ausweichen.

Sein Ministerium sei bereit, notfalls unverzüglich einen Schutzzaun an der Grenze zu Griechenland zu bauen, sagte Verteidigungsminister Nikolaj Nentschew im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

400 Soldaten bereits an Grenze

Laut griechischen Medien verstärkte Bulgarien auch seine militärische Präsenz an der Grenze zu Griechenland, um nach Schließung der bisherigen Balkan-Route ein Ausweichen von Flüchtlingen auf alternative Routen zu verhindern. Die griechischen Medien beriefen sich auf Beobachtungen griechischer Sicherheitskräfte.

Die bulgarische Armee hatte bereits vor einer Woche einen gemeinsamen Einsatz mit der Grenzpolizei und Gendarmerie an der Grenze zu Griechenland geprobt. Seitdem wurden an der griechischen Grenze 400 Soldaten stationiert; weitere 500 könnten nach Angaben von Regierungschef Boiko Borissow schnell folgen.

Mikl-Leitner und Doskozil in Sofia

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) fliegen indes morgen zu einem Blitzbesuch nach Bulgarien. Es gehe darum zu erörtern, wie man Bulgarien unterstützen könne, um einer Verlagerung der Migrationsroute vorzubeugen, hieß es gegenüber der APA.

„Die Balkan-Route stillzulegen ist zu wenig“, so Mikl-Leitner heute in einer schriftlichen Stellungnahme. „Wir wollen keine punktuelle Lösung und damit das Problem der Massenmigrationsrouten auf andere europäische Länder verlagern.“ Ziel sei, dass „Massenmigration quer durch Europa“ generell der Geschichte angehören müsse.

„Es braucht die klare Botschaft, dass es generell keinen unkontrollierten Durchzug quer durch Europa mehr gibt, egal, über welche Wege.“ Dann werde auch der „Migrationsdruck“ von der Türkei nach Griechenland sinken, ist die Innenministerin überzeugt.