Drei Haftbefehle bei Anti-IS-Operation in Rom

Im Rahmen einer Anti-IS-Operation in Rom sind Haftbefehle gegen drei Personen erlassen worden. Der Verdacht lautet auf Terrorismus. Ein Haftbefehl richtete sich gegen einen bereits inhaftierten Mazedonier sowie gegen einen 29-jährigen IS-Kämpfer aus Tunesien, der sich zurzeit im Irak aufhält.

Ein 26-jähriger Mazedonier, der aus einer Strafanstalt in seinem Land geflüchtet war, wurde in der Nacht auf Samstag in Rom festgenommen. Ihm wird unter anderem Besitz gefälschter Dokumente vorgeworfen.

Am Mittwoch war ein somalischer Imam in der süditalienischen Stadt Campobasso wegen internationalen Terrorismus festgenommen worden. Er war im vergangenen Jahr aus Österreich nach Italien eingereist. Der 22-Jährige hatte am 8. April 2015 Österreich verlassen, wo er kurz gelebt und einen Asylantrag eingereicht hatte. Dieser war jedoch abgelehnt worden.

Drei Paris-Attentäter in IS-Datei

Unterdessen wurde bekannt, dass sich in den jüngst dem britischen Sender Sky News zugespielten Personalkarteien der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch die Namen mehrerer Attentäter von Paris befinden. Das ergaben Recherchen der deutschen Sender NDR, WDR und der „Süddeutschen Zeitung“.

So seien drei der Terroristen vermerkt, die am 13. November 2015 an dem Massaker in der französischen Hauptstadt beteiligt waren, wie der WDR gestern mitteilte. Sie seien 2013 und 2014 in vom IS beherrschte Gebiete eingereist. Auf den Personalbögen hätten sie lediglich angegeben, für die Terrormiliz kämpfen zu wollen, einen Einsatz als Selbstmordattentäter hätten sie nicht angekreuzt.

An anderer Stelle finde sich der mutmaßliche Kopf der Gruppe, Abdelhamid Abaaoud, der offenbar mit seinem Kampfnamen Abu Omar al-Baljiki als Bürge für die Einreise eines weiteren französischen Islamisten in den IS-Machtbereich fungierte. Der Einreisebogen von Abaaoud selbst befinde sich nach einer ersten Analyse nicht in den Unterlagen. Der belgische Islamist war bei einer Razzia erschossen worden.

Auch Österreicher in IS-Kartei?

Auch Österreicher könnten sich in der Kartei mit rund 22.000 Datensätzen befinden. Laut der ZIB2 von Donnerstag gibt es sechs Fälle mit Österreich-Bezug. Keinen Kommentar gab es dazu aus dem Innenministerium, man verwies auf ermittlungstechnische Gründe. Während Experten über die Authentizität der Unterlagen streiten, geht der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) von der Echtheit der Daten aus.

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