Laut UNO 2015 fast 1.000 Hinrichtungen im Iran

Im Iran sind nach Angaben UNO im vergangenen Jahr mindestens 966 Menschen hingerichtet worden. Damit seien so viele Todesurteile wie seit 20 Jahren nicht mehr vollstreckt worden, sagte der Sonderberichterstatter für den Iran, Achmad Schahid, heute in Genf.

Seit 2005 seien 73 Minderjährige hingerichtet worden, 16 von ihnen in den beiden vergangenen Jahren. Mindestens 160 weitere Beschuldigte, die zur Tatzeit keine 18 Jahre alt waren, säßen in Todeszellen. Schahid verurteilte außerdem die Inhaftierung von Dutzenden Pressevertretern im Iran. 47 Journalisten und Blogger wurden seinen Angaben zufolge im Jänner in den Gefängnissen des Landes festgehalten.

Schon Kinder in Todeszellen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hatte Teheran bereits im Jänner eine „schändliche Missachtung von Kinderrechten“ vorgeworfen. Kein Land richte mehr Minderjährige hin als der Iran, hieß es in einem Bericht. Oft seien die jungen Menschen auf Grundlage von teils durch Folter erzwungenen Geständnissen verurteilt worden. Der Iran verstoße außerdem gegen internationales Recht, indem er Todesurteile für Mädchen ab neun Jahren und Buben ab 15 Jahren erlaube.