Sexvideos erschüttern georgische Politlandschaft

Einige Monate vor der Parlamentswahl in Georgien sorgt ein im Internetportal YouTube verbreitetes Video einer Oppositionspolitikerin beim außerehelichen Sex für Aufregung.

Die prowestliche Oppositionspartei Freie Demokraten bestätigte am Wochenende, dass auf dem Video ein Parteimitglied zu sehen sei. Den Namen der Frau gab die Partei nicht bekannt, es scheint sich aber um eine ehemalige Ministerin zu handeln.

„Erpressung der gesamten Gesellschaft“

Gestern tauchte im Internet ein weiteres Video auf. Darauf sind mehrere Personen beim Sex zu sehen. Zugleich werden in dem Video gegen zwei Mitglieder des Regierungsbündnisses Georgischer Traum, einen Oppositionspolitiker und eine bekannte Journalistin Drohungen ausgestoßen. Sie sollten sich von der Politik fernhalten, andernfalls würden Einzelheiten ihres Privatlebens der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Journalistin Inga Grigolia erklärte, die Drohung werde sie „nicht zum Schweigen bringen“. Sie werde „alles tun, damit diejenigen, die diese Videos aufnahmen und in Umlauf brachten, für mehrere Jahre ins Gefängnis kommen“.

Der georgische Präsident Giorgi Margwelaschwili sagte, der gesamte Regierungsapparat werde gegen das „Verbrechen“ mobilisiert, das bald aufgeklärt sein werde. Regierungschef Giorgi Kwirikaschwili verurteilte die Videos als „Schlag gegen den Staat und Erpressung der gesamten Gesellschaft“. Georgien wählt im Oktober ein neues Parlament.