Uniarbeiten: Ministerium sieht keinen Handlungsbedarf

Das Wissenschaftsministerium sieht nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH), wonach gegen eine negative Bewertung von wissenschaftlichen Abschlussarbeiten kein Rechtsmittel möglich ist, „keinen akuten Handlungsbedarf“. Angesichts der Komplexität von wissenschaftlichen Lehr- und Forschungsprozessen habe der Gesetzgeber zu Recht den Weg der „Exzesskontrolle“ gewählt.

Man sei aber grundsätzlich gesprächsbereit, wenn es um die Verbesserung der Qualitätssicherung im Wissenschaftsbetrieb gehe, betonte man im Ressort. Ziel müsse es sein, negative Beurteilungen wissenschaftlicher Arbeiten als letzte Konsequenz bereits im Vorfeld zu verhindern.

Rechtsschutz nur bei schweren Mängeln

Auch bei einer negativen Beurteilung einer Prüfung sei im Universitätsgesetz (UG) grundsätzlich kein Rechtsmittel vorgesehen, hieß es weiter. Dieser Rechtsschutz bestehe nur, wenn die Durchführung der betreffenden Prüfung einen schweren Mangel aufweist. „Unklar ist, worin entsprechende Verfahrensmängel im Rahmen der Beurteilung einer wissenschaftlichen Arbeit liegen könnten.“

Die grüne Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer verlangte dagegen die Möglichkeit eines Noteneinspruchs auch bei wissenschaftlichen Arbeiten: „Abschlussarbeiten sind mit großem zeitlichen Aufwand verbunden, gleichzeitig sind die Beurteilungskriterien für eine solche Arbeit oft wenig transparent“, so Maurer in einer Aussendung. Ihr NEOS-Pendant Claudia Gamon will sich „genau ansehen, wie viele Studierende von solchen Negativbeurteilungen bei Abschlussarbeiten betroffen sind“. Für sie ist etwa die Möglichkeit der Einholung einer zweiten Meinung im Streitfall vorstellbar.