Standard & Poor’s belässt Österreich-Rating bei „AA+“

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat ihre Bewertung von Österreich unverändert bei der zweitbesten Note „AA+“ belassen. Der Ausblick ist - ebenfalls unverändert - stabil, was für die nahe Zukunft keine Ratingveränderung erwarten lässt. S&P geht nicht davon aus, dass Entscheidungen rund um die Abbaueinheit Heta die Kreditwürdigkeit des Landes beeinträchtigen werden.

Mitgliedschaft im Euro-Raum ist Plus

Auch für die Wirtschaft ist die Ratingagentur optimistisch. Das Wachstum werde von 2016 bis 2019 so hoch oder sogar leicht höher als bisher vorhergesagt ausfallen, heißt es in einer Mitteilung.

Die wettbewerbsfähige, exportorientierte Wirtschaft werde wohl die Stagnation der jüngsten vier Jahre überwinden, so die Analyse. Unverändert ist das Engagement der österreichischen Banken in Ost- und Südosteuropa ein Risiko. Die Mitgliedschaft im Euro-Raum ist hingegen ein Plus. Lob gibt es auch für das starke und unabhängige Rechtssystem in Österreich.

Das Angebot an Heta-Gläubiger, ihre mit Landesgarantie versehenen Papiere nur mit einem Abschlag zurückzukaufen, könnte man zwar als Schwächung des Gläubigerschutzes sehen, aber „wir glauben, dass der Fall der Heta sehr spezifischen Umständen geschuldet ist, und dass die Bemühungen des Bundes für die Abwicklung nicht auf eine generelle Schwächung des Gläubigerschutzes hinausläuft“, so S&P. Die Ratingagentur geht rund um die Heta aber von Gerichtsverfahren aus, die den Wert von Staatsgarantien beschädigen könnten.

Wohl keine signifikanten Auswirkungen

S&P rechnet nicht damit, dass die Flüchtlingskrise eine signifikante Auswirkung auf die Budgetlage in Österreich haben wird. Nötige zusätzliche Ausgaben dürften eingegrenzt sein und seien durch andere Sparmaßnahmen und steigende Steuereinnahmen ausgeglichen worden.

Allerdings dürften die nötigen Ausgaben zu mehr Defizit führen. Die hohe Verschuldung des Bundes ist die größte Schwäche im Rahmen der Bewertung Österreichs. Dank niedriger Zinsen schätzt S&P, dass die Zinskosten des Bundes unter fünf Prozent der gesamten Ausgaben liegen.