Wahl in Niger: Präsident tritt gegen Inhaftierten an

Im westafrikanischen Niger hat die Stichwahl um das Präsidentenamt zwischen Amtsinhaber Mahamadou Issoufou und dem inhaftierten Oppositionsführer Hama Amadou begonnen. Rund 7,5 Millionen Wähler waren heute dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Der seit 2011 amtierende Issoufou hatte beim ersten Durchgang am 21. Februar mit 48 Prozent der Stimmen knapp die absolute Mehrheit verfehlt.

Amadou erhielt rund 18 Prozent. Das Ergebnis der Stichwahl soll in den nächsten Tagen feststehen. Amadou war wegen einer Anklage wegen angeblichen Kinderhandels im November inhaftiert worden, durfte aber kandidieren. Er wurde am Freitag aus gesundheitlichen Gründen nach Frankreich geflogen.

Niger mit seinen 17 Millionen Einwohnern zählt trotz großer Uranvorkommen zu den ärmsten Ländern der Welt. Im Norden und Westen des Staates leben Kämpfer mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram ist im Süden des Landes aktiv.