Chamenei und Rouhani uneins über Irans Wirtschaftskurs

Im Iran prallen unterschiedliche Auffassungen zwischen dem konservativen Staatsoberhaupt und dem gemäßigten Präsident über den weiteren wirtschaftlichen Kurs des Landes nach der Aufhebung der internationalen Sanktionen aufeinander. Der oberste geistliche Führer Ajatollah Ali Chamenei wandte sich heute gegen die von Präsident Hassan Rouhani betriebene wirtschaftliche Öffnung.

Beide erklärten in ihren Reden zum iranischen Neujahrsfest Nowruz heute die Wirtschaft zu einem Schwerpunkt für das neue Jahr. Für den reformorientierten Rouhani ist dabei die Zusammenarbeit mit anderen Ländern der Schlüssel für Wachstum. Dagegen setzt Chamenei auf eine Wirtschaft, die auf Selbstständigkeit beruht. Das Land solle sich vor seinen Feinden schützen, sagte er. Damit bezieht er sich auf die USA und ihre Verbündeten.

Erst kürzlich hatte Chamenei bemängelt, dass der Iran nach dem Wegfall der internationalen Strafmaßnahmen noch nicht von den Kontakten mit multinationalen Konzernen profitiert. Hardliner um Chamenei kritisierten wiederholt die milliardenschweren Vereinbarungen des Landes mit internationalen Konzernen. Nach der Niederlage bei den Wahlen zum Parlament und zum Expertenrat fürchten sie Beobachtern zufolge um eine weitere Erosion ihrer Macht.