US-Kongressbibliothek adelt Metallica

Metallica wird in den USA eine ganz besondere Ehre zuteil. Als erste Band ihres Genres werden sie von der Kongressbibliothek in Washington geadelt, indem eines ihrer Werke in das Archiv der Tonaufnahmen aufgenommen wird, die für künftige Generationen erhalten bleiben sollen. Für dieses Archiv wählt die Bibliothek jedes Jahr Tonaufnahmen von herausragender historischer Bedeutung aus.

James Hetfield von Metallica

AP/Felipe Dana

Wie die Library of Congress gestern mitteilte, wurde das Metallica-Album „Master of Puppets“ von 1986 als bisher erstes Metal-Werk für das Archiv ausgewählt, weil es eine Wende in der Entwicklung der Band markiert. Metallica habe sich mit dem Album aus den Bahnen des sogenannten Thrash Metal der frühen 80er Jahre befreit. Im Thrash Metal habe das Gewicht auf der „Geschwindigkeit und Aggressivität“ gelegen, bei dem Album „Master of Puppets“ habe Metallica dann neue Ideen erforscht.

Auch Gaynor und Coltrane als „Neue“

„Master of Puppets“ war das dritte Studioalbum der Band. Darin entwickelte Metallica eine variantenreichere Version des Metal als in den vorausgehenden Alben. Manche Kritiker halten „Master of Puppets“ für das beste Heavy-Metal-Album aller Zeiten. Die Library of Congress nimmt jedes Jahr 25 Originalaufnahmen in ihr Tonarchiv für „kulturell, historisch oder ästhetische bedeutsame“ Werke auf.

In diesem Jahr gehören auch der Discoklassiker „I Will Survive“ von Gloria Gaynor (1978) sowie das legendäre Jazzalbum „A Love Supreme“ von John Coltrane (1964) zu den Neuzugängen. Auch nicht musikalische Aufnahmen gehen in das Archiv ein: In diesem Jahr zählt eine Rede des US-Außenministers George Marshall aus dem Jahr 1947 dazu, indem er seinen Wiederaufbauplan für das vom Weltkrieg zerstörte Europa erläutert.