USA und Russland drängen auf direkte Syrien-Verhandlungen

Die Regierungen der USA und Russlands wollen Regierung und Opposition in Syrien zu direkten Friedensgesprächen im schweizerischen Genf drängen. Ziel sei die baldige Bildung einer Übergangsregierung in dem Bürgerkriegsland, teilten US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow gestern in Moskau mit. Lawrow sagte, direkte Verhandlungen müssten „baldmöglichst“ beginnen.

Neue Runde am 9. April

Kerry sagte nach rund vierstündigen Gesprächen mit Staatschef Wladimir Putin nicht, was bezüglich der Zukunft von Syriens Machthaber Baschar al-Assad vereinbart wurde. Moskau und Washington seien sich aber einig, dass Assad „das Richtige tun soll“, um die Friedensgespräche zum Erfolg zu führen.

Die Gespräche in Genf unter Vermittlung der Vereinten Nationen (UNO) waren zuvor ohne Ergebnis vorläufig zu Ende gegangen. Regierung und Opposition verhandelten dort bisher nicht an einem Tisch miteinander. Für den Beginn einer neuen Gesprächsrunde schlug der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura den 9. April vor.

Schlacht um Palmyra begonnen

Unterdessen stehen die Truppen Assads offenbar vor der entscheidenden Schlacht um Palmyra. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die seit zehn Monaten in der weltbekannten UNESCO-Stadt gewütet und dabei auch unschätzbare Kulturschätze zerstörte, forderte die letzten verbliebenen Zivilisten auf, die Stadt zu verlassen.

Für Assad wäre die Rückeroberung Palmyras ein entscheidender symbolischer Sieg - allerdings einer, bei dem im Hintergrund einmal mehr Russland die Fäden zieht.

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