Tschechien gegen EU-weit schärferes Waffenrecht

Tschechien lehnt die von der EU-Kommission in Reaktion auf die Terroranschläge von Paris vorgeschlagene Verschärfung des Waffenrechts ab. Das habe der nationale Sicherheitsrat beschlossen, berichtete das öffentlich-rechtliche Fernsehen CT heute.

„Es entbehrt jeder Logik, anständige Menschen in einer Zeit zu entwaffnen, in der die Welt immer weniger sicher ist“, sagte Innenminister Milan Chovanec laut CT. Die Waffen- und Jagdlobby in Tschechien läuft gegen die Pläne Sturm. Auch in Parlament und Senat zeichnet sich eine ablehnende Haltung ab.

Prag sucht Verbündete

Die EU-Kommission will in Reaktion auf die Terroranschläge von Paris vom November 2015 bestimmte halbautomatische Waffen verbieten. Das sind Schusswaffen, die bei Betätigung des Abzugs jeweils nur einen Schuss abgeben, aber automatisch nachladen.

Die Mitte-links-Regierung in Prag sucht nach Verbündeten in anderen EU-Ländern, um gemeinsam Druck auf Brüssel auszuüben. „Es gibt eine Chance“, sagte der Sozialdemokrat Chovanec dem Sender. In dem Land mit rund 10,5 Millionen Einwohnern sind rund 750.000 Schusswaffen registriert.