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Straße Richtung Süden gesperrt

Trockenheit und starker Wind haben in der kanadischen Provinz Alberta für die Ausbreitung verheerender Waldbrände gesorgt. Besonders betroffen ist die Stadt Fort McMurray. Laut einem Bericht des TV-Senders CBC ordneten die lokalen Behörden die komplette Evakuierung der Stadt an. Die über 60.000 Einwohner der Stadt müssen fliehen.

Einige Häuser wurden bereits zerstört. Über der Stadt waren dicke Rauchsäulen zu sehen. „Wenn man nach draußen geht, fühlt man, wie Asche auf einen fällt“, sagte ein Bewohner. Auch das Krankenhaus der Stadt wurde geräumt. Augenzeugenberichten zufolge explodierte eine Tankstelle in der Stadt.

Feuer in einem Wald in Kanada

APA/AP/The Canadian Press/Mary Anne Sexsmith-Segato

Starker Wind und eine Hitzewelle fachten das Feuer an

„Wir hatten einen verheerenden Tag. Fort McMurray ist von dem Brand überrollt worden“, sagte der örtliche Feuerwehrchef Darby Allen. Neun Löschflugzeuge, ein Dutzend Hubschrauber und rund hundert Feuerwehrleute sind im Einsatz. Allen fragte zusätzlich Unterstützung von Armee und Luftstreitkräften an.

Benzin wird knapp

Bei der größten Evakuierungsaktion in der Provinz Alberta wurden die Menschen in die 20 Kilometer von der Stadt entfernten Schutzeinrichtungen dirigiert. Einige Menschen kamen in den Unterkünften von Ölarbeitern unter. Ein Entkommen aus der Stadt war nur noch im Norden möglich, wo sich lange Staus bildeten. Das Feuer hatte bereits auf den Highway 63 im Süden der Stadt übergegriffen. Diese Straße wurde gesperrt.

Augenzeugen berichteten gegenüber der Zeitung „Globe and Mail“ von einem Verkehrschaos: „Die Menschen fuhren auf dem Seitenstreifen.“ Meterhoch hätten Flammen am Straßenrand gezüngelt und auf eine Tankstelle übergegriffen. Auf ihrem Weg habe sie brennende Autos umfahren, schilderte eine Einwohnerin der Stadt. Bisher gibt es keine Berichte über schwer verletzte Menschen. Völlig unklar ist, wie groß der in der Stadt entstandene Schaden ist. Bei den Flüchtenden macht sich aber allmählich Benzinknappheit bemerkbar. Viele Autos strandeten entlang der Autobahn.

Schlimmste Dürre seit 50 Jahren

Es sei eine „sehr bedrohliche Zeit“, warnte Rachel Notley, Ministerpräsidentin der Provinz Alberta. Kanadas Regierungschef Justin Trudeau bot Hilfe der Zentralregierung an. Die Provinz Alberta, Herz der kanadischen Ölindustrie, erlebte 2015 die schlimmste Dürre der vergangenen 50 Jahre.

Karte zeigt den Ort der Waldbrände (Fort McMurray) in Kanada

APA/ORF.at

In den letzten Tagen kam eine ungewöhnliche Hitzewelle hinzu. Das Feuer war bereits am Wochenende ausgebrochen und hatte sich durch den Wind stark ausgebreitet, auch Richtung Fort McMurray, das bekannt ist für den Ölsandabbau. In einem ersten Aufruf hatte der Katastrophenschutz am Dienstag vorerst nur 30.000 Einwohner aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Das Feuer breitete sich allerdings schneller aus als erwartet, daher wurde die Evakuierungsaktion ausgeweitet.

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