NATO-Raketenabwehrsystem in Rumänien ging in Betrieb

Die USA und Rumänien haben einen weiteren Teil des Raketenaberwehrschilds der NATO in Europa in Betrieb genommen. Im südrumänischen Deveselu wurde heute ein US-Abwehrsystem eingeweiht, das Raketen im Anflug auf Europa zerstören soll. Das System sei „eine bedeutende Verstärkung“ der Kapazitäten der Alliierten zur Raketenabwehr, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Russland protestierte umgehend.

Stoltenberg versicherte zugleich, dass das neue Raketenabwehrsystem des Bündnisses nicht gegen Russland gerichtet sei. „Die NATO-Raketenabwehr untergräbt oder schwächt Russlands nukleare Abschreckung in keiner Weise“, sagte Stoltenberg, der bestritt, dass das NATO-System russische Raketen abwehren könne.

Kritik aus Moskau

Moskau konnte Stoltenberg damit nicht beschwichtigen. „Dieses System ist zu 1.000 Prozent gegen uns gerichtet. Wir werden unsere Verteidigung festigen, zum Beispiel durch Frühwarn- und Abwehrsysteme in der Arktis“, sagte der Chef des Verteidigungsausschusses in der Duma, Admiral Wladimir Komojedow.

Die NATO baut seit Anfang des Jahrzehnts einen Raketenschild auf, der die europäischen Verbündeten vor Angriffen schützen soll. Das Bündnis verweist dabei regelmäßig auf Bedrohungen durch Mittelstreckenraketen aus dem Nahen Osten, die USA verweisen immer wieder auf den Iran.