Experten für duales Pensionssystem

Das staatliche Pensionssystem wird nach wie vor die wichtigste Säule der Altersvorsorge sein, es bedarf aber einer Stärkung der ergänzenden betrieblichen und privaten Altersvorsorge, so der Tenor von Experten heute bei einer Pressekonferenz anlässlich des morgen startenden zweitägigen institutionellen Altersvorsorge- und Investorengipfels 2016 in Wien.

Die erste Säule sollte die wichtigste Säule bleiben, Österreich sei angesichts einer Dominanz von 90 Prozent aber nicht nachhaltig aufgestellt, sagte NEOS-Parteivorsitzender Matthias Strolz. Im internationalen Vergleich zeige sich, dass die Abhängigkeit von der ersten Säule nirgends höher sei als in Österreich.

Ziel müsse in Österreich ein Pensionssystem sein, auf das sich „unsere Kinder verlassen können“ und das Akzeptanz in der Bevölkerung finde. Es sei eine Risikostreuung notwendig. Wenn man mit 45 Jahren anfange, sich Gedanken zu machen, könne man nicht ausreichend gegensteuern.

Diskurs „ohne Schwarz-Weiß-Malerei“

Laut Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen und Chef der VBV-Gruppe, stammen hierzulande rund 90 Prozent der Pensionszahlungen aus der gesetzlichen ersten Säule, der Rest zu gleichen Teilen aus der zweiten betrieblichen und dritten privaten Säule der Altersvorsorge.

Insgesamt hätten rund 25 bis 30 Prozent der Österreicher einen Anspruch auf eine Zusatzpension oder würden eine solche bereits beziehen.

Zakostelsky sprach sich für einen vernünftigen gesellschaftlichen Diskurs ohne Schwarz-Weiß-Malerei aus. Altersarmut - von der zuvor Strolz gesprochen hatte - sei im zu schreierisch. Er verwies auf das Regierungsprogramm, wonach sich die Pensionskommission auch mit der zweiten und dritten Säule auseinandersetzen sollte.

Wichtig seien die steuerliche Absetzbarkeit der Eigenvorsorge, die Verlängerung der Liegedauer bei der „Abfertigung neu“, eine garantiefreie Variante der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge sowie eine Verwendung der Zukunftsvorsorge für die Pflegevorsorge zu ermöglichen.

Deutscher Experte fordert Institutionalisierung

Heribert Krach von der deutschen aba-Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung/MetallRente konstatierte in Deutschland ein neues Vertrauen in die gesetzliche Pension und steigendes Vertrauen in die Betriebsrenten.

Nötig sei eine Institutionalisierung auf dem derzeit existierenden Verkaufsmarkt. International erfolgreich seien duale Systeme, ein System aus staatlicher Basisvorsorge und institutioneller Zusatzvorsorge sei stabiler.