Nachhaltigkeit: Künstler ordnen Supermarkt neu

Noch bis 18. Juli läuft das Wiener Festival SOHO in Ottakring. Ein besonders spannendes Projekt setzt die Künstlergruppe Honey & Bunny um.

Im Interspar in der Sandleitengasse wurde ein großes Regal freigeräumt. SOHO-Besucher und Passanten können nun aus dem gesamten Supermarkt Waren zusammentragen, die dann in dem Regal nach Kriterien der Nachhaltigkeit geordnet werden.

Waren in Supermarkt

ORF.at/Simon Hadler

Beispiel Transportkilometer: Vielen, sagt Honey-und-Bunny-Mitstreiter Martin Hablesreiter, sei nicht bewusst, dass nicht nur der Transport an sich die Umwelt belaste. Es gehe dabei auch um soziale Nachhaltigkeit.

Denn die langen Transportwege würden Unternehmen nur deshalb in Kauf nehmen, weil Arbeitskraft und Arbeiterrechte in vielen weit entfernten Ländern nichts wert sei - und weil Ressourcen dort ausgebeutet würden.

140 Liter Wasser für einen Espresso

Ähnlich ist es beim Thema Wasserverbrauch. In Tirol brauche man sich keine Sorgen zu machen, dort gebe es genug Wasser. Aber wer einen Espresso trinkt, sollte sich bewusst sein, dass für seine Produktion im Durchschnitt 140 Liter Wasser verbraucht werden - oft in Regionen, wo den Menschen Wasser zum Leben fehlt. Die neue Ordnung im Regal regt tatsächlich zum Nachdenken an.

Habesleiter sagt, die bunte Warenwelt eines Supermarktes lade zum gedankenlosen Konsumieren ein. Die freie Marktwirtschaft basiere auf der Idee permanenten Wirtschaftswachstums, das sich aber nur durch die Ausbeutung von Ressourcen und Menschen steigern lasse. Man dürfe sich dann nicht wundern, wenn, etwa aus Afrika, in Zukunft noch viel mehr Flüchtlinge nach Österreich kommen würden. (hadl, ORF.at)