Missbrauchsvorwürfe gegen Finanzchef des Vatikans

Die australische Polizei prüft Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen den Finanzchef des Vatikans, George Pell. Ob Anklage gegen den australischen Kardinal erhoben werde, stehe noch nicht fest, teilte die Polizei heute im Bundesstaat Victoria mit. Der australische Rundfunk hatte zuvor berichtet, Pell werde von zwei Männern bezichtigt, sie Ende der 70er Jahre missbraucht zu haben.

Zudem soll sich Pell in den 80er Jahren nackt vor drei Buben gezeigt haben. In einer von seinem Büro veröffentlichten Erklärung wies der 75-Jährige die Vorwürfe zurück. Es handle sich um eine „skandalöse Schmutzkampagne“ gegen ihn. Der ehemalige Erzbischof von Sydney war 2014 von Papst Franziskus zum Finanzchef des Vatikans ernannt worden.

Anfang des Jahres war Pell vier Tage lang von der australischen Missbrauchskommission zu Vorwürfen gegen Geistliche in seiner Heimat befragt worden. Dabei räumte er persönliche Fehler im Umgang mit den Anschuldigungen ein. Nach eigenen Angaben erfuhr Pell etwa im Jahr 1974 von sexuellen Übergriffen eines Priesters. Der Kardinal sagte dazu, er hätte daraufhin „mehr tun müssen“.