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Verdächtige „keine Buddhisten“

Nach der Serie von Bombenanschlägen in Thailand mit vier Toten gibt es erstmals einen klaren Hinweis der Behörden auf eine mögliche Täterschaft muslimischer Rebellen. Der Polizeichef des Landes teilte am Montag mit, die meisten Verdächtigen stammten aus den südlichen Provinzen an der Grenze zu Malaysia und seien keine Buddhisten.

Die Ermittler gehen laut Polizeichef Chakthip Chaijinda davon aus, dass eine Gruppe von mehr als 20 Menschen hinter den koordinierten Angriffen steckte. Am 11. und 12. August waren innerhalb weniger Stunden insgesamt elf Sprengsätze im Badeort Hua Hin, auf der Insel Phuket sowie im äußersten Süden Thailands explodiert, zudem gab es mehrere mutmaßliche Brandanschläge. Unter den mehr als 30 Verletzten war auch eine Österreicherin.

Terror kurz nach Beschluss neuer Verfassung

Für Thailands Militärführung ist die Anschlagsserie ein schwerer Rückschlag. Nachdem sie sich 2014 an die Macht geputscht hatte, stellte sie sich als Garant für Stabilität und Sicherheit dar. Wenige Tage vor den Anschlägen hatte die Militärführung in einer Volksabstimmung eine neue Verfassung absegnen lassen.

In drei südlichen Provinzen gab es dafür allerdings keine Mehrheit. Die Armee regiert seit einem Putsch im Jahr 2014, bei dem Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra gestürzt wurde. Ihre Anhänger wiesen jede Verantwortung für die Anschlagsserie von sich.

Schwerer Schlag für Tourismus

Die Anschläge, die sich in international bekannten Urlaubsorten ereigneten, sind auch ein schwerer Schlag für den Tourismus. Er leistet einen wichtigen Beitrag zur schwächelnden Wirtschaft des Landes. Experten zufolge fällt der Verdacht unweigerlich auf Gegner der Militärregierung sowie auf Separatisten in den drei überwiegend muslimischen Provinzen in Südthailand. Die meisten Thailänder sind Buddhisten.

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