Waffenruhe in Syrien offenbar vorerst eingehalten

Die von den USA und Russland vermittelte Waffenruhe in Syrien wird nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte weitgehend befolgt. In den meisten Landesteilen schwiegen die Waffen, sagte der Leiter der in Großbritannien ansässigen Organisation, Rami Abdulrahman, gestern Abend kurz nach Beginn der Feuerpause.

Im Südwesten des Landes habe es allerdings Artilleriebeschuss sowohl vonseiten der Regierungstruppen als auch von den Rebellen gegeben. Die Beobachtungsstelle verfügt über ein Informationsnetzwerk in Syrien. Ihre Angaben lassen sich unabhängig nicht verifizieren.

Kerry spricht von Hinweisen auf Rückgang der Kämpfe

US-Außenminister John Kerry appellierte eindringlich an die Konfliktparteien, sich an die Waffenruhe zu halten. „Das ist eine Chance für Syrien“, sagte Kerry in Washington. Erste Berichte deuteten darauf hin, dass die Kämpfe zurückgegangen seien. Es sei aber noch zu früh für eine vollständige Bewertung der Lage.

Seit Montagabend in Kraft

Die Waffenruhe trat um 18.00 Uhr (MESZ) in Kraft. Sie soll sowohl die Versorgung der notleidenden Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten ermöglichen als auch den Weg für einen neuen diplomatischen Versuch zur Lösung des Konflikts ebnen.

Die syrische Armee kündigte kurz Inkrafttreten in einer Erklärung an, die Waffen für sieben Tage schweigen lassen zu wollen. Die einflussreiche islamistische Rebellengruppe Ahrar al-Scham hatte sich jedoch bereits zuletzt sehr skeptisch gezeigt, wenn sie auch die Feuerpause nicht explizit ablehnte.

Die Waffenruhe würde lediglich die Regierung in Damaskus stärken und das Leiden der Menschen erhöhen, erklärte die Gruppierung in einem Video: „Das syrische Volk kann keine halben Lösungen akzeptieren.“