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Google laut TV-Sender interessiert

Der unter Druck geratene Kurznachrichtendienst Twitter steht laut einem US-Fernsehbericht vor dem Verkauf. Der Konzern bewege sich auf eine Übernahme zu, berichtete der Sender CNBC am Freitag und berief sich auf Insiderinformationen.

Ein Verkauf stehe zwar nicht unmittelbar bevor. Es gebe aber Interessenten, zu denen unter anderem der Cloud-Spezialist Salesforce und Google gehörten. Die Twitter-Aktie schoss nach Bekanntwerden des Berichts in New York vorbörslich um über 18 Prozent in die Höhe.

Snapchat und Instagram als Konkurrenz

Die wachsende Konkurrenz von Rivalen wie Snapchat und Instagram brachte Twitter im zweiten Quartal das magerste Umsatzplus seit dem Börsengang im Jahr 2013 ein. Auch verliert der Konzern immer mehr den Anschluss an die Internetplatzhirsche Google und Facebook.

Werbekunden machen einen Bogen um das Unternehmen. Zudem kehrten ihm zuletzt reihenweise Topmanager den Rücken. Firmenmitgründer Jack Dorsey war vor gut einem Jahr an die Spitze zurückgekehrt, um das Ruder herumzureißen. Er setzt vor allem auf Videoangebote.

Twitter lockert 140-Zeichen-Regel

Erst vor wenigen Tagen lockerte Twitter genau deshalb seine 140-Zeichen-Regel. Mit Fotos und Videos versehene Nachrichten dürfen seither länger sein als 140 Zeichen. Der US-Konzern setzte damit eine entsprechende Ankündigung von Ende Mai um: Laut dieser werden angehängte Fotos und Videos sowie zitierte Tweets nicht mehr auf die Gesamtlänge des eigenen Beitrags angerechnet und verkürzen damit nicht mehr den verbleibenden Platz.

„Erzählt mehr darüber, was gerade los ist!“, warb der Konzern in einem Tweet. Seit der Gründung vor zehn Jahren waren Kurzbotschaften auf Twitter auf eine Länge von 140 Zeichen begrenzt. Schon zu Beginn des Jahres war eine Lockerung der Regel im Gespräch, allerdings stieß das bei den Nutzern auf heftigen Widerstand.

Twitter steckt schon seit Längerem in der Krise und kann seine Nutzerzahlen nur langsam steigern. Obwohl der Dienst etwa bei Journalisten, Aktivisten und Prominenten von Musik bis Sport sehr beliebt ist, hapert es weiterhin an seiner allgemeinen Verbreitung.

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