Islamist schlich sich bei deutschem Verfassungsschutz ein

Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat einen Islamisten in den eigenen Reihen enttarnt. Dem Mann, einem deutschen Staatsbürger, werde „vorgeworfen, sich im Internet unter falschem Namen islamistisch geäußert und in Internetchats Amtsinterna preisgegeben zu haben“, sagte eine BfV-Sprecherin gestern Abend. Zuvor hatten der „Spiegel“ und die „Welt“ darüber berichtet.

Gegen den Mann sei ein Haftbefehl ergangen. Belege für eine konkrete Gefahr für die Sicherheit des BfV und seiner Mitarbeiter gebe es bisher nicht.

Vom Islam-Beobachter zum Konvertiten

Der Mann sei erst vor Kurzem eingestellt worden und habe sich während der Ausbildung und in seinem Einsatzbereich „unauffällig verhalten“, sagte die Sprecherin. Dem Magazin „Spiegel“ zufolge sollte der Mann die islamistische Szene in Deutschland beobachten. Er konvertierte den Angaben zufolge erst 2014 unbemerkt von seiner Familie zum Islam. Vor rund vier Wochen kamen die Behörden ihm auf die Schliche.

Angeblich Anschlag in Köln geplant

Dem „Spiegel“ sowie der Zeitung „Die Welt“ (Mittwoch-Ausgaben) zufolge plante der Beschuldigte nach Informationen aus Sicherheitskreisen einen Bombenanschlag auf die Zentrale des Bundesamtes in Köln. In seiner Vernehmung habe sich der Beschuldigte zu seinen Anschlagsplänen bekannt und gesagt, diese seien „im Sinne Allahs“ gewesen. Unklar blieb zunächst, wie weit fortgeschritten die Vorbereitungen der Tat waren.

Den Berichten zufolge bot der 51-Jährige im Internet unter falschem Namen an, weitere sensible Informationen preiszugeben, die zu einer Gefährdung des Amtes hätten führen können. Bei ihm seien Speichermedien mit Informationen etwa zu Einsätzen und Einsatzorten gefunden worden. Diese habe er dann einem Chatpartner verraten, berichtete der „Spiegel“ unter Berufung auf die ermittelnde Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Dieser sei aber selbst ein BFV-Mitarbeiter gewesen.