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Früher war vieles weißer

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in Österreich wird geringer. Neben der Klimaerwärmung und geringem Niederschlag ist die saubere Luft mit ein Grund, warum es in Österreich weniger Schnee als früher gibt.

Anfang der 1960er Jahre war Schnee zu Weihnachten eindeutig häufiger als heute, zu der Zeit war Österreich fast jedes Jahr flächendeckend weiß. Im Süden währte das sogar bis Anfang der 1970er Jahre. Zu der Zeit war es nicht nur vergleichsweise kälter als in den Jahren nach 2000, es war auch die Hochblüte des Wirtschaftsaufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Aerosol-Periode, so die Bezeichnung der Wissenschaftler, gab es von 1950 bis 1980 in Österreich viel Industrie, die auch entsprechend viel Dreck und Schadstoffe ausstieß.

Luftverschmutzung fördert Wolkenbildung

Staub und Abgase führen schneller zu Wolkenbildung, wie bei Industrieschnee bildete sich auch damals der Schnee in dieser belasteten Luft leichter und fiel auch entsprechend zu Boden. Vor allem die 1960er Jahre waren laut ORF-Wetterredaktion von diesen Effekten geprägt. Mit dem Einbau von Luftfiltern wurde nicht nur der Treibhauseffekt spürbar und messbar, seitdem gibt es laut ORF-Wetterredaktion auch weniger Schnee in Österreich, wobei naturgemäß auch die Klimaerwärmung entsprechend mitspielt. Ein Nebeneffekt der Luftverschmutzung ist nämlich auch, dass ein möglicher Temperaturanstieg gedämpft wird.

Durchschnittlich jede zehnte Weihnacht weiß

Hieß es früher noch, jede vierte Weihnachten in Wien werden weiß, geht man mittlerweile von einer Wahrscheinlichkeit von zehn bis 15 Prozent aus. Gerade im Flachland ist Schnee zur Weihnachtszeit mittlerweile sehr unwahrscheinlich. Für heuer darf aber noch gehofft werden. Zwar gibt es weiterhin ein dominantes Hoch, das in weiten Teilen des Landes für schönes Wetter sorgt, für Mitte der Woche wird aber ein Tief aus Italien erwartet, das in Kärnten und der Steiermark für Schnee sorgen könnte. Je nach Modell können es bis zu 15 Zentimeter werden.

Das weitere Wetter, vor allem hin zu den Weihnachtsfeiertagen, ist aber noch ungewiss. Fix ist derzeit nur, dass das Jahr auch heuer besonders trocken endet. Besonders im Süden gab es bisher zu wenig Niederschlag, auch die Gebirgsregionen sind extrem trocken. In Osttirol gab es etwa bisher nur elf Millimeter Niederschlag statt wie sonst 90.

Grüne Weihnachten sind normal

In den Landeshauptstädten waren laut der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) weiße Weihnachten in den vergangenen 30 Jahren - der übliche Betrachtungstraum für valide meteorologische Aussagen - relativ selten. Statistisch gesehen gibt es über längere Zeiträume gemessen in Wien, Eisenstadt und St. Pölten nur jedes fünfte Jahr am 24. Dezember eine geschlossene Schneedecke. Bregenz, Salzburg, Linz, Graz und Klagenfurt sind durchschnittlich jedes dritte Jahr weiß. Am besten stehen die Chancen in Innsbruck, hier liegt im Durchschnitt jedes zweite Jahr am 24. Dezember Schnee. Statistisch gesehen sind grüne Weihnachten also „normale“ Weihnachten.

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