Millionen Pendler in London von U-Bahn-Streik betroffen

Millionen Pendler in London mussten gestern auf Bus, Auto oder Fahrrad umsteigen: Erneut legte ein Streik der Gewerkschaft RMT die U-Bahn lahm. Auf zehn von elf Linien war der Verkehr unterbrochen, die Station Clapham Junction im Süden der Hauptstadt musste in der Früh wegen Überfüllung sogar geräumt werden. Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte den Streik als unnötig. Er sollte von gestern bis heute Abend dauern.

Grund für den Streik sind Forderungen der Beschäftigten nach einer besseren Personalausstattung. Bürgermeister Khan sagte dem Sender BBC, er akzeptiere das Argument, dass die Tube mehr Personal brauche. „Aber wir haben schon 200 neue Stellen geschaffen und werden auch weitermachen, wenn die Gewerkschaften unglücklich sind. Warum dann streiken? Warum die Dinge nicht freundschaftlich lösen?“

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Auf zehn von elf Londoner Linien war der Verkehr unterbrochen, eine Station musste wegen Überfüllung geräumt werden.

Gewerkschaft zu Verhandlungen bereit

Der Vorsitzende der Gewerkschaft RMT, Mick Cash, erklärte sich zu Verhandlungen bereit. Er warnte vor Sicherheitslücken: „Fünf Millionen Menschen täglich nutzen die U-Bahn, es kracht in allen Nähten“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Es gebe nicht genügend Leute, um die Bahn sicher zu betreiben.

„Wenn wir nichts tun, wird etwas drastisch schiefgehen.“ Im Nu könne sich die U-Bahn in eine „Todesfalle“ verwandeln. „Es gab schon Fälle, da stürzten Passagiere auf die Gleise, und niemand war da, um sich darum zu kümmern.“

Die Londoner U-Bahn ist die älteste der Welt. Um die Personalausstattung streiten Betreiber und Gewerkschaften schon seit Jahren. Die Gewerkschaft protestiert insbesondere gegen die Schließung von Ticketschaltern. Seit 2014 gab es bereits mehrere Streiks.

In den kommenden Tagen folgen zudem Arbeitsniederlegungen beim Eisenbahnunternehmen Southern Railway. Bei der Fluggesellschaft British Airways treten heute Tausende Flugbegleiter und Piloten in den Streik.