Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis an Asli Erdogan

Der Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis geht heuer an die türkische Autorin Asli Erdogan „für ihre herausragenden Verdienste um die Sicherung der Menschenrechte“. Das teilte der Historiker Oliver Rathkolb heute im Namen der zuständigen Stiftung mit.

Gegen Erdogan wird in der Türkei ein umstrittener Prozess geführt. Ihr wird unter anderem Mitgliedschaft in der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vorgeworfen.

„Aktiv für Menschenrechte eingesetzt“

Asli Erdogan habe sich zeit ihres Lebens „aktiv und vorbehaltslos für die Durchsetzung der Menschenrechte eingesetzt“, heißt es in der Aussendung. Als Maßstab der Orientierung dienten Erdogan in allen ihren Veröffentlichungen insbesondere die Erscheinungsformen von Leid und Ungerechtigkeit, denen sie immer wieder nachspüre.

„Der Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis an die Schriftstellerin Asli Erdogan ist auch ein Zeichen gegen massive Einschränkungen von Menschenrechten.“

Anklage wegen Terrorismusvorwürfen

Erdogan ist in der Türkei unter anderem wegen Terrorismusvorwürfen angeklagt. Hintergrund ist ihre Tätigkeit für die inzwischen geschlossene prokurdische Zeitung „Özgür Gündem“. Die türkischen Behörden sehen das Blatt als Sprachrohr der PKK.

Die 1967 in Istanbul geborene Schriftstellerin ist auch international bekannt. Ihre Bücher wurden unter anderem im Zürcher Unionsverlag publiziert. Zu ihren Romanen zählt „Die Stadt mit der roten Pelerine“.