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Leihski immer stärker im Fokus

Dank der Schneefälle der vergangenen Tage ist nun vielerorts auch abseits der Kunstschneepisten der Winter eingekehrt. Erwartet wird dadurch auch ein neuer Schwung für das bereits zuvor „erfolgversprechend“ begonnene Geschäft mit Wintersportartikeln.

Geht es nach dem Verband der Sportartikelerzeuger und -ausrüster (VSSÖ), wird jedenfalls bereits mit einer stärkeren Wintersaison als im Jahr zuvor gerechnet. „Wir gehen davon aus, dass die Talsohle bei den Absätzen erreicht ist und blicken grundsätzlich positiv auf die laufende Saison“, sagt dazu der VSSÖ-Präsident Gernot Kellermayr zur APA.

Ihm zufolge hat die Branche in der laufenden Saison bereits im November und Dezember von tiefen Temperaturen profitiert, die eine Beschneiung ermöglichten. Nun sei aber auch „der dringend erwartete Neuschnee unterwegs“.

340.000 Paar Ski im Vorjahr verkauft

Eine zumindest kleine Absatzsteigerung gegenüber den rund 340.000 Paar Ski, die in der Saison 2015/16 von der Skiindustrie an den Handel abgesetzt worden waren, sollte Kellermayr zufolge drin sein. Der Absatz dürfte sich somit - nach dem Tiefststand in der Saison 2014/15 mit rund 326.000 Paar Ski als unmittelbare Folge der damaligen Marktbereinigung nach dem Wegfall von Sport Eybl - wieder stabilisieren.

Der Eybl-Nachfolger Sports Direct hatte sich vorrangig von Skirestbeständen der übernommenen Sports-Experts- und Sport-Eybl-Filialen gelöst und entsprechend weniger Volumen von der Industrie abgenommen.

Auch bei Hochpreisigem „gut unterwegs“

Auch beim Sporthandel zeigt man sich mit den bisherigen Umsätzen zufrieden. Ein Kärntner Sporthändler verwies zuletzt zwar vor allem auf eine Verfünffachung der Umsätze bei Schlittschuhen - die gut präparierten Kunstschneepisten hätten dem Sportartikelhandel aber auch beim Verkauf von Alpinskiausrüstungen gute Ergebnisse gebracht. "Leute, die Skifahren gehen wollen, sind auch gewillt, mehr Geld auszugeben. Auch im Bereich der hochpreisigen Ski sind wir gut unterwegs“ - mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Von anderer Seite wurde der diesjährige Winter allerdings auch als erneute finanzielle Belastungsprobe bezeichnet. Wie Franz-Josef Alton von der Vorarlberger Wirtschaftskammer Anfang Jänner sagte, sei im Dezember der Umsatz im alpinsportrelevanten Fachhandel um bis zu 30 Prozent eingebrochen, und das sei selbst bei einem deutlichen Anstieg der Verkäufe nicht mehr aufzuholen - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Saisonverleih als neuer Trend

Abseits des schneearmen Starts in die Wintersaison ortet die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) auch in einem „längst“ in der Skibranche angekommenen „Megatrend ‚shared economy‘“ einen Hintergrund rückgängiger Verkaufszahlen. „Dieser Trend drückt natürlich auf die Verkaufsmenge, ist jedoch vonseiten der Skiindustrie nicht aufzuhalten“, heißt es dazu auf der Website der WKÖ.

Dass die Skiausrüstung immer öfter nicht mehr selbst gekauft, sondern nur noch geliehen wird, bestätigt auch Kellermayr, dem zufolge der Leihski allerdings nicht nur ein sich verstärkender, sondern auch im Wandel begriffener großer Trend sei. So gibt es dem VSSÖ zufolge nun auch eine neue Gruppe von Wintersportlern, die am Anfang des Winters eine neue Skiausrüstung ausleiht und diese dann zum Ende der Saison wieder zurückgibt.

Derzeit werde das Angebot des Saisonverleihs zwar noch meist nur vom Handel in Skigebieten mit hauptsächlich einheimischen Fahrern genutzt. Diese Entwicklung werde sich künftig aber insgesamt verstärkt durchsetzen, wie Kellermayr prognostiziert.

„Stark und steigend“

Neben diversen Rabattangeboten punkten die Skiverleiher laut VSSÖ nicht zuletzt auch mit dem Ausbau von Buchungsplattformen im Internet. Abseits der vielen freien Händler gibt es mit Intersport und Sport 2000 in Österreich derzeit zwei große Platzhirsche mit jeweils rund 190 Niederlassungen.

„Mit der neuen Onlinebuchung machen wir es unseren Kunden leichter, sich Wintersportausrüstung auszuleihen und schneller auf die Piste zu kommen“, sagte Intersport-Geschäftsführer Mathias Boenke mit Blick auf die zum Saisonauftakt neu gestartete Verleihwebsite. Angesichts einer im November angekündigten sechsstelligen Summe, die man in die Plattform investieren wolle, geht man bei Intersport offensichtlich von einem zukunftsträchtigen Geschäftsmodell aus.

Dafür sprechen auch die Zahlen: Der Anteil des Skiverleihs am zuletzt mit rund 400 Millionen Euro angegebenen Gesamtumsatz beträgt laut Intersport bereits stolze zehn Prozent und sei - mit Verweis auf Wachstumsraten von zehn bis 15 Prozent in den vergangenen Wintern - „stark steigend“.

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