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Gefrierender Nebel bei Crash

Beim Absturz einer türkischen Frachtmaschine in Zentralasien sind einem Medienbericht zufolge mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. Das Flugzeug zerstörte 17 Häuser in einer Siedlung nahe dem Flughafen Manas in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek, wie die russische Nachrichtenagentur TASS Montagfrüh unter Verweis auf Behördenangaben meldete.

Kirgisische Behörden sprachen von 36 Toten, darunter 13 Kinder. Am Unglücksort seien nach Angaben der kirgisischen Behörden die Leichen von Erwachsenen und Kindern gefunden worden, berichtete die Nachrichtenagentur TASS. Bei den Toten habe es sich größtenteils um Anrainer gehandelt. Außerdem seien die vier Piloten der Maschine ums Leben gekommen. Rettungsautos brachten viele Verletzte in umliegende Spitäler.

Flugzeugwrack auf einem Haus

Reuters/Vladimir Pirogov

Teile des Jumbos ragen über mehreren kleinen Gebäuden auf

Die Maschine vom Typ Boeing 747-400 gehörte den Angaben zufolge der Fluggesellschaft ACT, auch bekannt unter dem Namen My Cargo. „Unser Beileid gilt den Angehörigen all jener, die ihr Leben in dem tragischen Zwischenfall mit einem ACT-Flugzeug in Kirgistan verloren haben“, so die Flugline in einem Statement. ACT sprach von 33 Toten am Boden, mit den vier Besatzungsmitgliedern ergibt das 37.

17 Häuser zerstört

Laut dem TASS-Bericht war das Frachtflugzeug Montagfrüh um etwa 7.30 Uhr (Ortszeit) in der Nähe des Flughafens Manas in eine Siedlung gestürzt. 17 Häuser des Dorfes wurden bei dem Absturz komplett zerstört, knapp 30 weitere wurden beschädigt. Das Flugzeug war auf dem Weg von Hongkong nach Istanbul und hatte einen planmäßigen Stopp in Manas. Starts und Landungen auf dem Flughafen Manas wurden nach dem Unglück eingestellt.

Karte von Kirgisistan

Grafik: APA/ORF.at

Bilder in Sozialen Medien und auf der Website Zanoza zeigten dramatische Szenen vom Unglücksort: völlig zerstörte Häuser, das Cockpit vor einer Hauswand liegend und das Heck über Häuserresten in die Luft ragend.

Pilotenfehler vermutet

Als Ursache für den Absturz vermutet die Regierung von Kirgistan einen Pilotenfehler. „Wir können die Absturzursache noch nicht nennen“, sagte Vizeministerpräsident Muchammetkaly Abdulgasijew am Montag der russischen Agentur TASS zufolge. „Nach vorläufigen Berichten könnte es ein Pilotenfehler gewesen sein, aber die Untersuchungen dauern an.“ Auch die türkische Frachtfluglinie ACT als Eigner der Maschine schloss einen technischen Defekt oder Probleme mit der Ladung nach ersten Erkenntnissen vorläufig aus, wie es in einer Mitteilung hieß.

Sonderkommission eingesetzt

Über dem Gebiet hing bereits seit Stunden dichter Nebel. Bereits am Sonntagabend musste eine Maschine mit Präsident Almasbek Atambajew an Bord deswegen auf dem Heimflug aus China auf einen 400 Kilometer von Bischkek entfernten Flughafen ausweichen, wie sein Büro mitteilte. Dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Muhammetkaly Abulgasijew zufolge erlaubten die Wetterbedingungen Montagfrüh jedoch durchaus eine Landung.

Die Regierung setzte eine Sonderkommission zur Untersuchung der Absturzursache ein, Ministerpräsident Sooronbai Dscheenbekow übernahm persönlich die Leitung. Die Generalstaatsanwaltschaft leitete ebenfalls Ermittlungen ein. Der Boeing-Konzern bot seine Beteiligung an den Untersuchungen an. Der internationale Flughafen Manas blieb für mehrere Stunden geschlossen.

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